Meereskunde
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Überwachung der Radioaktivität im Küstenbereich:
Die Registrierungen der Meßanlagen des Strahlenüberwachungsnetzes ließen
keinerlei Gefährdung durch radioaktive Stoffe erkennen.
Auf den Feuerschiffen "Borkumriff" und "Deutsche Bucht" wurden monatlich
Wasserproben entnommen und auf ihren Gehalt an Sr 90 und Cs 137 unter
sucht. An den Proben von beiden Positionen konnte im Frühjahr eine Kon
zentrationsspitze an Cs 137 gemessen werden, die auf den Durchfluß einer
etwas höher markierten Wassermasse hinwies. Inzwischen gingen die Akti
vitätskonzentrationen wieder auf Werte von weniger als 0,04 Bq/1 (1 pCi/
1) zurück. Die Sr-90-Aktivitätskonzentration blieb das ganze Jahr über
annähernd konstant mit Werten um 0,02 Bq/1 (0,5 pCi/1). Die im April und
September vor der Schleimündung entnommenen Proben zeigten für Sr 90 und
Cs 137 nur geringfügige Abweichungen von den Werten aus dem Vorjahr.
Verschiedenes:
Vom 5. bis 6. März fand eine Arbeitstagung der Internationalen Union von
Radioökologen (IUR) im Labor Sülldorf statt, die vom DHI ausgerichtet
wurde. Vertreter aus neun europäischen Ländern, Delegierte der IAE0*,
der Kommission der Europäischen Gemeinschaft und der IUR diskutierten
Fragen der Ausbreitung von Radionukliden in Nord- und Ostsee. In 15 Vor
trägen wurde umfangreiches Datenmaterial vorgestellt und ein guter Über
blick Über laufende und geplante Programme auf dem Gebiet der Radioöko
logie gegeben.
In Zusammenarbeit mit der IAEO*) wurden für ein Analysenvergleichspro
gramm zur Bestimmung von Radionukliden 100 Meerwasserproben ä 50 1 aus
der Nordsee entnommen und an das IAEO Laboratory of Marine Radioactivity
in Monaco verschickt, das dann die weitere Verteilung der Proben an La
boratorien und die Auswertung der Ergebnisse übernimmt.
Die Mitarbeit in nationalen und internationalen Gremien hat weiter zuge
nommen. In Ausschüssen der IAEO, der Nuclear Energy Agency (NEA) und der
EG wurden Themenkreise wie die Lagerung radioaktiver Abfälle in der
Tiefsee, Sicherheitsfragen beim Dumping verpackter radioaktiver Abfälle
in bestimmten Seegebieten und Fragen einer ständigen Überwachung dieser
Seegebiete behandelt. In Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium des
Innern lieferte das DHI einen umfangreichen Beitrag von Analysen- und
Meßmethoden für die Herausgabe einer Sammlung von "Meßanleitungen für
die Überwachung der Radioaktivität".
* Internationale Atomenergie-Organisation