accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Jahresbericht 1981

42 
36. Jahresber. Dt. Hydrogr. Inst. 1981 
2.2.3.2 Radioaktivität des Meeres 
Großräumige radiologische Untersuchungen: 
Die Untersuchungen über das Vorkommen und die Ausbreitung von radioakti 
ven Spurenstoffen wurden in Ost- und Nordsee sowie in den nach Norden 
angrenzenden Seegebieten fortgesetzt. 
Auf einer Fahrt mit dem FS "Gauß" wurden im südlichen Kattegat und in 
der westlichen Ostsee bis hin zum Gotlandtief an 34 Stationen 80 Proben 
von Oberflächen- und Tiefenwasser zur Bestimmung von Sr 90 und Cs 137 
und 10 Proben zur Tritiumbestimmung entnommen. Im Bereich des deutschen 
Festlandsockels wurden 9 Bodenproben zur gammaspektrometrischen Unter 
suchung genommen. 
Die Messungen lassen klar erkennen, daß erhöhte Aktivitätskonzentratio 
nen von Cs 137 in den tieferen Wasserschichten des Kattegats vorhanden 
sind. Dieses salzreiche Wasser stammt aus der Nordsee und gelangt haupt 
sächlich durch den Großen Belt in die Ostsee. Generell trat im Tiefen 
wasser westlich der Darßer Schwelle bei höheren Salzgehalten auch eine 
höhere Cs-137-Aktivitätskonzentration bis 61 mBq/1 (1,65 pCi/1) auf als 
im Oberflächenwasser. Östlich der Darßer Schwelle konnten diese Unter 
schiede nur im Bornholmbecken beobachtet werden. Die Sf-90-Aktivitäts- 
konzentrationen sind gegenüber denen der Vorjahre in der Ostsee nahezu 
unverändert geblieben. Auch die Sedimentproben zeigen hier ein konstan 
tes Aktivitätsniveau. Erstmalige Tritiummessungen in der Ostsee ergaben 
im Oberflächenwasser Aktivitätskonzentrationen von etwa 7,4 Bq/1 (200 
pCi/1). Dieser Tritiumgehalt stammt überwiegend aus Niederschlägen und 
SüßwasserZuflüssen, deren Gehalt in der gleichen Größenordnung liegt. 
Die festgestellten Aktivitätskonzentrationen stellen keine Gefährdung 
der Biosphäre dar. 
Mit FS "Gauß" und FS "Meteor” erfolgte eine Probenentnahme für radiolo- 
gische Untersuchungen, die sich Uber die gesamte Nordsee bis 61 o 30' N 
und vom Skagerrak Uber das Kattegat bis zum Gotlandtief in der Ostsee 
erstreckte. Mit diesen Untersuchungen sollen detailliertere Kenntnisse 
über den Transport von Wassermassen sowie über Vorkommen und Ausbreitung 
von Radionukliden wie Tritium, Sr 90, Cs 134, Cs 137 und die sehr lang 
lebigen Transuranisotope Pu 238, Pu 239 + 240 und Am 241 gewonnen wer 
den. Insgesamt wurden auf beiden Fahrten trotz außergewöhnlich schlech 
ter Wetterbedingungen an 164 Stationen fast 400 Wasserproben zur Bestim 
mung von Radionukliden genommen. 
Die radiologischen Meßdaten aus der Ostsee werden für ein von der In 
ternationalen Atomenergie-Organisation koordiniertes Forschungsprogramm 
"Study of Radioactive Materials in the Baltic Sea” zur Verfügung ge 
stellt.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.