Meereskunde
39
nommen. Auf 2287 sm wurden 67 geophysikalische Profile mit Magnetik,
Gravimetrie und teilweise Flachseismik gefahren. An 23 Stationen wurden
Bodenproben entnommen. Aktiv beteiligt waren geowissenschaftliche Insti
tute in Oslo, Göteborg und Kiel.
In einem Teilbereich des Skagerrak wurde dabei eine systematische Unter
suchung des erdmagnetischen Feldes durchgeführt. Eingesetzt wurden ein
Protonenmagnetometer mit zwei Sensoren am Schwimmkabel, ein Zweikompo-
nenten-Fluxgatemagnetometer, zwei Gravimeter auf einem Kreiseltisch im
Container, die digitale Datenerfassung zur Registrierung der Fahrtdaten
und des Echolotes simultan mit den Meßdaten, ein Airgun-Kompressor und
Sparker mit der Aufnahmeapparatur für die Flachseismik, und ein Satelli
ten- und Omega-Navigationsgerät zur Kontrolle und Ergänzung der Decca-
Navigation.
Das Protonengradiometer liefert die Totalintensität des erdmagnetischen
Feldes für die Kartierung. Bei magnetischen Stürmen lassen sich die
Zeitvariationen bei dieser Systemkonfiguration weitgehend ausschalten
(vgl. Abb.10). Groß- und kleinräumige Störungen des erdmagnetischen Fel
des und der magnetischen Mißweisung wurden kartiert, dabei konnten auch
Störungen des Magnetkompasses durch die Starkstromkabel zwischen Norwe
gen und Dänemark (ca. 4,6° Mißweisung bei 100 m Wassertiefe) sicher er
faßt werden. Die stärksten, meist kleinräumigen natürlichen Störungen
befinden sich vor den schwedischen und norwegischen Küsten und im Kat
tegat. Positive Störungen größeren Ausmaßes findet man im Oslofjord. Der
zentrale Teil des Skagerraks wird durch eine negative Anomalie über
deckt.
2.2.3 Stoffliche Umweltfragen
2.2.3.1 Chemie des Meerwassers
Überwachung des Sauerstoff- und Nährstoffgehalts in der Deutschen Bucht
und westlichen Ostsee:
Während einer Uberwachungsfahrt mit dem Forschungsschiff "Gauß" wurden
im August/September der Gehalt des Meerwassers an Nährstoffen (Phosphat,
Nitrat, Nitrit, Ammonium u. a.) und Sauerstoff, der pH-Wert sowie Salz
gehalt und Temperatur bestinant.
Die Messungen zeigten im gesamten Überwachungsgebiet (Kieler Bucht und
angrenzende Förden, Fehmarnbelt, Lübecker Bucht, Arkonabecken und Born
holmtief) ungünstigere Verhältnisse als im Vorjahr. In vielen Bereichen,
insbesondere in den Förden und in einem Teil der Lübecker Bucht, war der
Sauerstoff in bodennahen Wasserschichten völlig aufgezehrt, und es hatte
sich der für alles marine Leben giftige Schwefelwasserstoff gebildet.
In der Deutschen Bucht war die Sauerstoffverarmung weitaus geringer. In
Gebieten mit größerer Wassertiefe, wo sich in den Sommermonaten eine
Temperatursprungschicht ausgebildet hatte, nahm der SauerStoffgehalt in