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35. Jahresber. Dt. Hydrogr. Inst. 1980
auswahl fortgesetzt. Für die in die Endauswahl genommenen Rechner
waren weitere, sehr umfangreiche Leistungsmessungen unter Einfluß
des Dialogbetriebes mit der Simulation von bis zu 90 Terminalsta
tionen vorgeschrieben. Die hierfür erforderlichen Tests fanden in
den Benchmarkzentren der Herstellerfirmen in Minneapolis (USA)
und in London unter Aufsicht des DHI statt. Die Tests erbrachten
ein klares Ergebnis zugunsten der von der Firma Control Data an
gebotenen Rechenanlage des Typs Cyber 170-720.
Mit Firma Control Data wurden Verträge über Anmietung des Rech
ners und Software-Überlassung abgeschlossen. Bis zur Installa
tion des neuen Rechners wurden für die Dauer von sechs Monaten im
Seewetteramt und im DHI je eine Terminalstation mit Protokoll
drucker installiert, mit denen Zugang über Datenfernübertragung
zu dem internationalen Rechnerverbundnetz "Cybernet" der Firma
Control Data bestand. Die Nutzung des "Cybernet" erwies sich in
der Folgezeit als ideale Hilfe zur Schulung der Benutzer auf dem
neuen Rechner und ermöglichte eine vorgezogene Umstellung von
wichtigen Programmen. Parallel dazu wurden vom Rechenzentrum und
von Control Data mehrere Lehrgänge abgehalten.
Allgemeine Programmiersprache ist wie bisher FORTRAN, jedoch ent
spricht das jetzige FORTRAN dem neuesten Normungsstand, der ge
genüber der alten Version einige Unverträglichkeiten aufweist.
Hieraus ergeben sich bei einer Reihe von Programmen z. T. recht
erhebliche Umstellungsprobleme. Bis zur Umstellung aller für die
dienstlichen Aufgaben des DHI wesentlichen Programme wird daher
das alte Rechenzentrum mit der Honeywell H632 vorerst noch wei
terbetrieben.
Das Gemeinsame Rechenzentrum beim DHI wird von den Dienststellen
der Bundesverkehrsverwaltung im Bereich Hamburg unter der Träger
schaft des DHI konzipiert. Es ersetzt die bisherigen Rechenzen
tren des DHI und des Seewetteramtes.
Nutzer des GRZ-DHI sind außer dem DHI
- das Deutsche Ozeanographische Datenzentrum (DOD),
- der Deutsche Wetterdienst mit den Dienststellen
. Agrarmeteorologische Beratungs- und Forschungsstelle (AMBF),
. Meteorologisches Observatorium Hamburg (MOH),
. Seewetteramt (SWA),
- das Bundesamt für Schi ffsVermessung.
Die Nutzung des GRZ-DHI ist in einer vom Bundesminister für Ver
kehr erlassenen Benutzungsordnung geregelt. Sie sieht unter an
derem die Bildung eines Benutzerausschusses vor, dem je ein Ver
treter der das GRZ nutzenden Behörden angehört.
Der Benutzerausschuß wirkt u. a. mit bei
- Aufteilung der DV-Kapazität auf die Benutzer,
- Festlegung vorrangiger Terminarbeiten,
- Behebung von Konfliktfällen,
- allen Änderungen der hard- und softwareseitigen Ausstattung
des GRZ-DHI sowie bei Erweiterung des Benutzerkreises.
Eine Übersicht über die Konfiguration des GRZ-DHI zeigt Abb. 8.