35. Jahresber. Dt. Hydrogr. Inst. 1980
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einkommen von Oslo, London und Helsinki. Hierzu gehören auch die
Vorbereitung von Sitzungen und die Leitung der jeweiligen Dele
gation der Bundesrepublik Deutschland.
tim den vielfältigen Anforderungen an das DHI in meeresbiologi
scher Hinsicht nicht unvorbereitet gegenüberzustehen, hat das
DHI als neue Aufgaben
- die Koordinierung des meeresbiologischen Monitoring im Rahmen
der entsprechenden nationalen Arbeitsgruppen (Helsinki, Oslo,
London , Paris ) ,
- die Sichtung meeresbiologischer Grundlagen für Erlaubnisse und
Kontrollen und
- die Prüfung und Bewertung meeresbiologischer Stellungnahmen im
Rahmen der Erteilung von Erlaubnissen
übe r nommen.
2.2.4.1 Dumping
Die wissenschaft1ich-fachtechnischen Arbeiten innerhalb des
Verfahrens zur Erteilung von Erlaubnissen für die Einbringung
oder Verbrennung von Abfallstoffen auf der Hohen See gemäß dem
"Gesetz zu den Übereinkommen vom 15. Februar 1972 (Oslo) und
29. Dezember 1972 (London) zur Verhütung der Meeres Verschmut
zung durch das Einbringen von Abfällen durch Schiffe und Luft
fahrzeuge" wurden erheblich intensiviert.
Der Grund hierfür war, daß um die Jahreswende 1979/1980 einige
im Erlaubnisverfahren zu beteiligende Behörden erstmalig die
Besorgnis geäußert hatten, daß die Einbringung von Dünnsäure und
Klärschlamm sich nachteilig auf die Meeresumwelt auswirken könn
te. Demzufolge waren den durch die Einbringung möglicherweise
hervorgerufenen Schädigungen im marinen Ökosystem die Folgen ge
genüberzustellen, die sich aus einer sofortigen Versagung der Er
laubnis ergeben könnten. Diese Folgen können neben wirtschaftli
chen Auswirkungen (Schließung und Verlagerung von Produktions
stätten ins Ausland) z. B. die Einleitung der Abfallstoffe in
Flußgewässer mit seinen schwerwiegenden ökologischen Folgen
sein.
Parallel dazu hat das Umweltbundesamt die Bemühungen, ökologisch
unbedenkliche Beseitigungsmöglichkeiten an Land zu finden, ge
meinsam mit dem DHI und den Antragstellern erheblich verstärkt.
Dies führte dazu, daß die Freie und Hansestadt Hamburg für den
ausgefaulten Klärschlamm und die Firma Bayer AG für die verdünn
te Schwefelsäure aus der Herstellung von Pharmazeutika und Färb
st off Zwischenprodukten Sanierungspläne vorgelegt haben, nach de
nen die Einbringung ln die Hohe See 1983 vollständig eingestellt
werden soll. 2. Z. wird sogar geprüft, ob Möglichkeiten bestehen,
diesen Zeitraum zu verkürzen. Weiterhin wird z. Z. ein For
schungsprojekt durchgeführt mit dem Ziel, auch für die Abfall
stoffe aus der Titandioxid-Produktion eine ökologisch unbedenkli
che Landbeseit1gungsiethode zu entwickeln.