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Full text: Jahresbericht 1980

Meereskunde 
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müssen jahreszeitliche und hydrographische Parameter bei der Pro 
bennahme berücksichtigt werden. 
Auf einer Fahrt in die westliche Ostsee wurden im September 1980 
an 20 Meßstationen insgesamt 49 Wasserproben aus verschiedenen 
Tiefen entnommen. Der Mittelwert aller Proben lag bei 3 ^¿g/'l, Da 
bei zeigte sich eine große "Fleckigkeit" in der Kohlenwasser 
stoff-Belastung: sowohl in den Buchten als auch auf der offenen 
See wurden höhere Werte- gefunden. Ein eindeutiger Unterschied war 
aber zwischen den Wasserproben aus den oberflächennahen und den 
bodennahen Schichten zu erkennen. Der Mittelwert aller Proben 
aus 1 m Tiefe lag bei 1,7 /»g/1, der Mittelwert der Proben aus 
10 m bis 74 m Tiefe bei 4,2 ^tg/1. Es ist also eine Anreicherung 
der Kohlenwasserstoffe in den salz'geha 11sreicheren unteren Was- 
sersehichten zu erkennen. Eine genauere Analyse der Einzelkompo- 
nenteft mit Hilfe der Gaschromatographle bzw. kombinierten Gas- 
chromatographie-Massenspektrographie ist notwendig, um die Zusam 
mensetzung der Kohlenwasserstoff“Gemische in diesen einzelnen 
Schichten zu erfassen. 
Während der Untersuchungen Uber die Kohlenwasserstoff-Belastung 
der Deutschen Bucht wurden an 27 Stationen 62 Wasserproben ent 
nommen. Dabei wurden die Astuarien von Weser und Elbe besonders 
berücksichtigt, um zumindest eine Abschätzung des Kohlenwas 
serstoff-Eintrags durch die Flüsse zu erhalten. Nach einem star 
ken Sturm kurz vor der Fahrt war auf allen Stationen ein sehr 
homogener Wasserkörper vorzufinden - ausgenommen auf denen, die 
sich direkt in den Flußmündungen befanden. Der Mittelwert der 21 
"äußeren" Stationen betrug 2,8 /<g/l. Dagegen war auf den Statio 
nen in den Flußmündungen das 3- bis 4fache, in Extremfällen das 
6- bis 8fache zu finden. Allgemein zeigte sich eine Zunahme des 
Kohlenwasserstoff-Gehalts ln der Deutschen Bucht von West nach 
Ost und von Nord nach Süd. Die ”Schmutzwasserfahne” der Elbe 
kann anhand des höheren Kohlenwasserstoff-Gehalts entlang der 
Schleswig-Holsteinischen Küste bis zum 55. Breitengrad verfolgt 
werden. Konkretere Ergebnisse lassen sich erzielen, wenn man den 
Gehalt an Kohlenwasserstoffen mit dem Salzgehalt (als Maß für den 
Flußwasseranteil) in Beziehung setzt: Eine direkte Korrelation 
zwischen Kohlenwasserstoff-Konzentration und Salzgehalt unter 
Berücksichtigung aller 27 Stationen ergibt einen Korrelations 
koeffizienten von -0,88. Damit wird deutlich, daß ein wesentli 
cher Anteil der Kohlenwasserstoffe über die Flüsse in die Deut 
sche Bucht gelangt. 
2.2.4 Meereskundliehe Querschnittsaufgaben 
Am 3. Mai 1980 trat das Gesetz zu den Übereinkommen vom 22. März 
1974 über den Schutz der Meeresumwelt der Ostsee in Kraft. Das 
DHl koordiniert die Aktivitäten in der Bundesrepublik Deutsch 
land zur Überwachung des Ostseewassers. Dieser Auftrag umfaßt 
sowohl den chemisch-physikalischen als auch den biologischen 
Aspekt der Überwachung gern, den im Rahmen des Helsinki-Überein 
kommens erarbeiteten "Richtlinien für das Ostsee-Monitoring”. 
Ferner betreut das DHI die wissenschaftlichen Gremien der Über
	        
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