42
35. Jahresber. Dt. Hydrogr. Inst.1980
Die Mitarbeit in nationalen und internationalen Gremien hat 1980
weiter zugenommen. Probleme, wie Sicherheitsfragen zum Dumping
radioaktiver Abfälle in der Tiefsee sowie ein Monitoring dieser
Gebiete, wurden in verschiedenen Ausschüssen behandelt. Außerdem
lieferte das DHI in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium des
Innern detaillierte Beschreibungen von Analysen- und Meßmethoden
zur Radioaktivitätsüberwachung und wirkte bei der Erstellung ei
ner "Richtlinie zur Überwachung der allgemeinen Umweltradioakti
vität" mit.
2.2.3.3 Sedimentgeologie
2.2.3.3.1 Bestimmung der Schichtdicke leicht beweglicher Locker
sedimente in der Deutschen Bucht
In der Deutschen Bucht besteht der obere Teil des Meeresbodens
aus zwei Abschnitten: eine liegende Schicht überwiegend pleisto-
zäner (eiszeitlicher), meist verfestigter Ablagerungen, die von
einer unterschiedlich dicken, meist jedoch geringmächtigen
Schicht holozäner (rezenter) Lockersedimente überdeckt wird.
Stellenweise fehlt die Uberdeckung. Die an den Küsten und im
Küstenvorfeld auftretenden häufigen Sedimentumlagerungen finden
ausschließlich in dieser Schicht statt, deren Mächtigkeit daher
zur Abschätzung von Umlagerungsarten und Materiälversatzmengen
bekannt sein muß. Die in den vorausgegangenen Jahren durchge
führten Meßfahrten zur systematischen Erfassung der Holozänbasis
wurden daher fortgesetzt. Das dabei gewonnene Material reicht
zwar noch nicht aus, um für den Küstennahbereich eine zusammen
fassende Darstellung zu geben, war aber eine wesentliche Grund
lage bei der Abgabe von Stellungnahmen und Auskünften.
Die genaue Kenntnis der obersten durch die heutige Nordsee ge
schaffenen Sedimentschicht und ihrer Basis ist Voraussetzung, um
die geologische Entwicklung der südlichen Nordsee in der Nacheis
zeit zu verstehen und Prognosen über künftige Entwicklungen abzu
geben. Das vorliegende Datenmaterial erlaubte es, für den Bereich
des früheren Elbe-Urstromtals in der Nordsee die Holozänbasis und
die Holozänmächtigkeit zu kartieren und zu veröffentlichen. Es
zeigt sich dabei, daß Weser und Elbe gemeinsam eine breite, lang
sam nach Nordwesten abfallende Rinne bildeten, die beidseitig von
einer früheren Terrasse begleitet wurde. Die Rinne ist heute mit
Nordseesand verfällt, am ehemaligen Ostufer taucht jedoch der
Rinnenboden auf und bildet den Boden der heutigen Nordsee (Siehe
Abb. 5).
2.2.3.3.2 Untersuchungen zur Schlicksedimentation
Seit 1977 führt das Kuratorium für Forschung im Küsteningenieur
wesen (KFKI) Untersuchungen über die Schlicksedimentation in zwei
ausgewählten Testgebieten an der Nordseeküste durch, an denen die
Wasser- und SchiffahrtsVerwaltung des Bundes und die zuständigen
Behörden der Länder, die Universitäten Hamburg und Kiel sowie
mehrere Forschungsstellen beteiligt sind. Die Koordination liegt
beim DHI. Die Arbeiten wurden auch 1980 fortgesetzt, da zum Er