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35. Jahresber, Dt. Hydrogr. Inst. 1980
2.2.1.. 5 Seegang
2.2.1.5.1 Auswertung der MARSEN-Kessungen
Die Auswertung der 1979 während des MARSEN-Experiments gemes
senen. Seegangsdaten ist nahezu abgeschlossen. Eines der Hauptzie
le von MARSEN war die Erforschung des Wellenstaus (wave-set-up)
tindi seegangsinduzierter Strömungen bei Sturmfluten.
Es hat sich herausgestellt, daß der Windstau für die Erklärung
der Wasserstandserhöhungen bei Sturmfluten nicht die überragende
Rolle spielt, die man ihm zugeschrieben hatte. Vielmehr überwiegt
in den Küstengewässern der Wellenstau. Diese seegangsbedingte
Wasserstandserhöhung entsteht durch das Freisetzen des im See
gang akkumulierten Impulses bei der Dämpfung der Wellen in fla
chem Wasser.
In einer weiteren Arbeit wird die Ausbreitung von Dünungswellen
von der nördlichen bis in die südliche Nordsee untersucht. Dabei
werden Refraktion und Dämpfung der Wellen gemäß der Bodentopo
graphie berücksichtigt. Ein Vergleich zwischen berechneten und
gemessenen Wellenhöhen ergibt gute Übereinstimmung, wenn man den
bei den JONSWAP-Experimentan ermittelten Dämpfungskoeffizienten
verwendet.
Außerdem liegen Ergebnisse zur Frage der Kopplung zwischen See
gangs- und Rippelwell.en und über seegangsinduzierte Druckschwan
kungen oberhalb der Wellen vor. Die erste Frage ist interessant
im Zusammenhang mit FernerkundungsVerfahren zur Messung des See
gangs und des Oberflächenwindes von Satelliten aus, die zweite
ist ein Beitrag zum Problem der Erzeugung der Wellen durch den
Wind.
2.2.1.5.2 Kombiniertes Seegangs—Diffusions-Experiment
Im August wurden bei einem Experiment in der Nordsee die Diffu
sion eines Rhodaminflecks, das Verdriften spezieller Drifter-
Bojen und das Richtungsspektrum des Seegangs vermessen. Hieran
beteiligten sich auch das Max-Planck-Institut für Meteorologie,
Hamburg, und die Universität Oldenburg.
Das Experiment diente u. a. dazu, den Einfluß des Seegangs auf
die Ausbreitung von Schadstoffen zu erforschen. Der mit dem See
gang verbundene Mass.entransport (Stokes-Drift) wirkt wie eine
gerichtete Diffusion, die einen Farbfleek in Wellenrichtung aus
einanderzieht. Der Effekt läßt sich mit Hilfe des Seegangsrich
tung sSpektrums berechnen und mit den Messungen vergleichen.
2.2.1.5.3 Dauermessungen des Seegangs
Seit Mitte Juli ist im Meßfeld Sylt, 27 km vor der Küste, ein
Druckdosenmeßfeld von 10 Instrumenten kontinuierlich in Betrieb.
Die telematrisch übertragenen Daten, die in der Landstation We
sterland aufgezeichnet werden, erlauben es, das Richtungsspek-