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35. Jahresber. Dt. Hydrogr . Inst. 1980
vom Sonderforschungsbereich 94, Hamburg, ein Atlantikmodell mit
einer GitterauflÖsung von einem Grad übernommen. Das Weltozean
modell gestattet, großräumige Prozesse im Meer aufzulösen, die
in Zeiträumen der Größenordnung von 100 Jahren ablaufen. Das At
lantikmodell erlaubt die Simulation dynamischer Vorgänge im Meer
mit einer räumlichen Ausdehnung von 100 km und einer zeitlichen
Auflösung von einigen Monaten. Es handelt sich um Zirkulations
modelle, die für die hier vorgesehene Anwendung mit einem geeig
neten Ausbreitungsmodell gekoppelt werden müssen. Es ist vorge
sehen, hierfür ein dreidimensionales Monte-Carlo-Verfahren zu
verwenden.
Außerdem muß in die vorhandenen Modelle eine spezielle Boden
schicht mit besonderen dynamischen Annahmen eingeführt werden,
um die Ausbreitungsvorgänge in Bodennähe so gut wie möglich si
mulieren zu können. Es wurden Überlegungen angestellt, welche
Formen das Bodenschicht- und das Ausbreitungsmodell besitzen sol
len und in welcher Weise beide Modelle mit den vorhandenen Zir
kulationsmodellen zu koppeln sind.
2.2.1.1.4 Untersuchungen des küstennahen Auftriebs vor Nordwest-
af rika
Die Meßergebnisse von AUFTRIEB '77 ("Meteor"-Fahrt Nr. 44, Ja
nuar bis Februar 1977) sind in Form eines Datenbands zum Druck
vorgelegt worden. Außerdem wurden weitergehende Untersuchungen
über die Strömungen und Wassermassen im Auftriebsgebiet ausge
wertet.
Die Datenbeschaffung zur Herstellung des geplanten Atlasses über
die "Hydrographie der nordwestafrikanischen Gewässer" hat begon
nen. Die Beschaffung und Bereitstellung der Daten erfolgte in Zu
sammenarbeit mit dem Deutschen 0zeanographIschen Datenzentrum.
2.2.1.2 Vermischung
2.2.1.2.1 Feldarbeiten
Mit der Indienststellung des FS "Gauß" wurden technische Anpas
sungen der Meßmethodik für Vermischungsexperimente notwendig;
dies galt besonders für die Aufstellung des Färbstofftanks und
den Einbau des Schiffsboden-Fluorometers. Ferner wurde die Ma
növriereigenschaft während des Auspumpens der Farbstofflösung
auf einer Erprobungsfahrt im Juni untersucht.
Vom 15. bis 27. August stand die "Gauß" für ein Feldexperiment
in einem Seegebiet etwa 20 Seemeilen nordwestlich von Helgoland
zur Verfügung, wo wegen der benachbarten Verklappungsgebiete für
Klärschlamm und für Abfälle aus der Titandioxidproduktion die
Vermischungs- und Transportverhältnisse von aktuellem Interesse
sind. Im Mittelpunkt stand die Verfolgung eines Farbflecks, zu
dessen Erzeugung etwa 2000 Liter Testfarbstofflösung (entspre
chend etwa 200 kg Rhodamin B) abgegeben wurde. Im Zusammenhang
damit wurden die Strömung mit verankerten Meßketten und die
Stromscherung mit fünf Treibbojen, deren Treibsegel in verschie