Meereskunde
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2.2.3.3 Sedimentgeologie
2.2.3.3.1 Geologische Aufnahme des Meeresbodens in der Deutschen Bucht und
in der westlichen Ostsee
Auch in den Jahren 1978/79 nahm die geologische Aufnahme des Meeresbodens
des deutschen Festlandssockels wieder einen großen Raum ein. Die Arbeiten um
faßten eine Neubearbeitung früherer Kartierungen unter Verwendung einer mo
derneren und stärker praxisbezogenen Klassifizierung der Sedimenttypen, In ei
nigen Gebieten wurden spezielle Detailuntersuchungen durchgeführt. Erstmals
wurde dabei auch ein Side-Scan-Sonar-Gerit eingesetzt
Die Kartierung der Sedimentverteilungen wurde durch sedimentechographische
Arbeiten mit Hilfe niedrigfrequenter akustischer Verfahren ergänzt Ihr Ziel ist
die Erfassung der Mächtigkeit der holozänen, d. h. nacheiszeitlichen Sedimente,
bei denen eine vollständige oder teilweise Remobilisierung durch Seegang und
Strömungen zu erwarten ist. Diese Messungen wurden durch ungünstiges Wetter
stark behindert.
Ziel dieser Tätigkeiten ist die Gewinnung eines möglichst umfassenden Bildes
über die heutigen Bodenverhältnisse, um Auskünfte und Stellungnahmen (z. B.
bei Festlandssockelangelegenheiten oder bei Verklappungen von Abfallstoffen)
erteilen sowie Verschmutzungsprobleme beurteilen zu können. Weiterhin setzt
eine Prognose über mögliche Veränderungen des Meeresbodens die Kenntnis der
geologischen Entstehungsgeschichte des in Frage kommenden Gebietes und der
Entstehungsbedingungen der Sedimente voraus.
2.2.3.3.2 Untersuchungen über Alter und Herkunft grobklastischer Nördseesedi-
mente
Mit finanzieller Unterstützung durch die DFG war 1975 ein Forschungsprogramm
zur Untersuchung von Zusammensetzung, Herkunft und Alter der Feinkiese in
der Deutschen Bucht angelaufen. Die Arbeiten wurden 1978 abgeschlossen. Sie
erlauben Rückschlüsse auf den Zeitpunkt der nacheiszeitlichen Überflutung die
ses Gebietes, die vor 8000 bis 9000 Jahren stattfand. Weiter konnte nachgewiesen
werden, daß eine stärkere Beeinflussung des Meeresbodens in der südlichen
Nordsee durch Strömungen und Seegang erst erfolgte, als der Meeresspiegel die
-25- bis -20-m-Linie (bezogen auf NN) überschritten hatte. Damit im Zusammen
hang stehen eine verstärkte Einebnungstendenz und eine Entmischung der Sedi
mente.
2.2.3.3.3 Untersuchungen zur Schlicksedimentation
Der feinkörnigen Sedimentfraktion kommt sowohl aus der Sicht des Praktikers
als auch im Zusammenhang mit Sedimentumlagerungs- und Verschmutzungsfra
gen besondere Bedeutung zu. Das DHI beteiligte sich deshalb an einem For
schungsvorhaben des Kuratoriums für Forschung im Küsteningenieurwesen
(KFKI), dessen Ziel ein besseres Verständnis für die Kausalitäten der Schlicksedi
mentation ist. Wegen der Vielschichtigkeit des Themas arbeiteten Wissenschaft
ler der verschiedensten Fachrichtungen aus den Wasser- und Schiffahrtsverwal
tungen des Bundes und der Länder, den Universitäten Hamburg und Kiel sowie