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Full text: Jahresbericht 1978-1979

Meereskunde 
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Anhand der ersten vorliegenden Meßdaten der Cäsium-137-Konzentration ist ein 
Transport von Nordseewasser von der Südspitze Norwegens entlang der norwegi 
schen Küste bis um das Nordkap herum zu erkennen. Auch in der Barentssee und 
vor der Westküste Spitzbergens wurden Konzentrationen dieses Nuklids ange 
troffen, die den Radioaktivitätspegel im Niederschlag wesentlich übersteigen und 
die hauptsächlich auf den Auslaß aus der Wiederaufbereitungsanlage von Wind 
scale (an der Irischen See) zurückzuführen sind. Eine Gefährdung der Biosphäre 
ist durch die festgestellten Aktivitätskonzentrationen nicht gegeben. 
Von den Proben aus der Nordsee liegen noch keine Meßergebnisse vor. 
2.2.3.2.2 Überwachung der Radioaktivität im deutschen Küstenbereich 
Die Registrierungen der Meßanlagen des Strahlenüberwachungsnetzes ließen im 
Berichtszeitraum keinerlei Gefährdung durch radioaktive Stoffe erkennen. 
Von den Feuerschiffen „Borkumriff" und „Deutsche Bucht" wurden 1978 und 1979 
monatlich Wasserproben entnommen und auf ihren Gehalt an Cäsium 137 und 
Strontium 90 untersucht. Es konnten einige Konzentrationsspitzen von Cä 
sium 137 gemessen werden, die auf den kurzzeitigen Durchfluß von höher mar 
kierten Wassermassen hinweisen. Inzwischen ging die Konzentration wieder auf 
Werte von weniger als 1 pCi/1 (0,04 Bq/1) zurück. In der inneren Deutschen Bucht 
ließen sich keine erhöhten Werte beobachten. Die Strontium-90-Konzentration ist 
annähernd konstant geblieben. 
In der westlichen Ostsee wurden 1978 auf 2 Fahrten insgesamt 14 Wasser- und 
10 Bodenproben sowie 1979 mit VFS „Komet" in der westlichen Ostsee sowie im 
Kattegat und Skagerrak auf 48 Stationen 101 Wasserproben aus verschiedenen 
Tiefen (davon 23 aus der Ostsee) zur radiologischen Untersuchung entnommen. 
Im Kattegat ließ sich 1979 eine Zunahme der Cäsium-137-Konzentration beobach 
ten, während die Werte in der Ostsee selbst noch kaum verändert waren. Das 
Strontium 90 sowie die anderen gemessenen Radionuklide zeigten annähernd 
konstante Konzentrationswerte. 
2.2.3.2.3 Entwicklung von Meßgeräten und Nachweisverfahren 
Die Ärbeitsmöglichkeiten im Labor Sülldorf wurden durch die Beschaffung eines 
4fach-a-Spektroskopie-Meßplatzes zur Bestimmung von Transuranen in Boden 
proben erweitert. Ferner wurden die Arbeiten zum Aufbau einer Tritiummeßan 
lage wieder auf genommen und stehen nun kurz vor dem Abschluß. 
Die Erprobung der im DHI entwickelten Gammastrahlen-Spektrometersonde und 
der Tiefsee-Brutto-Gammastrahlensonde wurde auf den „Meteor"-Reisen Nr. 47 
und Nr. 52 durch Nulleffektmessungen und Nachweisgrenzenbestimmung in situ 
beendet. Die Geräte stehen nun als Monitore zur Verfügung. 
Wegen des bevorstehenden Ersatzes der Feuerschiffe durch automatische Groß 
bojen ist die Umstellung der Strahlenüberwachung auf die Bedingungen dieser 
neuen Geräteträger notwendig geworden. Es wurde daher zunächst ein entspre 
chendes Versuchsgerät entwickelt und auf der Forschungsplattform „Nordsee" er 
probt. Die Erprobungsergebnisse dienten der Spezifikation von automatisch ar
	        
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