Meereskunde
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chung der Meeresverschmutzung wurden, z. T. unter Förderung durch die DFG,
fortgesetzt. Sie konzentrierten sich auf zwei Themen: Untersuchung der einge-
brachten Ti0 2 -Abfallösungen nordwestlich von Helgoland und der Massenan
sammlungen mariner Blaualgen in der westlichen Ostsee, die Auswirkungen auf
die Chemie der Ostsee haben können. Die Arbeitsgruppe nahm auch am interna
tionalen Großprojekt MARSEN teil.
2.2.3.1.4 Überwachung des Meerwassers auf chlorierte Kohlenwasserstoffe
Auf einer überwachungsfahrt mit VFS „Gauß" im Juni/Juli 1978 wurden an
20 Stationen in der westlichen Ostsee Wasserproben zur Analyse auf chlorierte
Kohlenwasserstoffe entnommen. Die Konzentration lag bei 10~ 8 g/1 bis 10“ 9 g/1.
Bei den Routinemessungen der Pestizidkonzentration im Meerwasser erwies sich
die dünnschichtchromatographische (TLC) Vortrennung als geschwindigkeitsbe
stimmender (hemmender) Schritt in der Analyse. Da er sich zudem häufig als
Kontaminationsquelle erwiesen hatte, wurde er durch Hochdruckflüssigkeits
chromatographie (HPLC) ersetzt. Diese Umstellung erbrachte einen geringeren
Störeinfluß durch eingeschleppte Kontamination, durch Automatisierung eine
verbesserte Reproduzierbarkeit und einen Gewinn von etwa 20 % Arbeitszeit, der
für die dringend erforderliche Erweiterung der Anzahl überwachter Stoffe ver
wendet wird.
Abb. 7. Verbrennungsschiff „Vesta" bei der Vernichtung halogenhaltiger organischer Ab
fallstoffe.