Meereskunde
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Eine Apparatur des Instituts für Geophysik der Universität Göttingen zur Regi
strierung von Pulsationen wurde weiterhin betreut. Dieses Institut sowie das In
stitut für Geophysik der Universität Münster nutzten die Einrichtungen des Ob
servatoriums, um transportable Induktionsspulen-Magnetometer zu kalibrieren.
Das Göttinger Institut registrierte mit dem transportablen Gerät anschließend in
Wingst über einen Zeitraum von sechs Wochen.
Während der Berichtsjahre wurden die Simultanregistrierungen schneller Pulsa
tionen am Observatorium Wingst und am Geophysikalischen Observatorium der
Universität München, Fürstenfeldbruck, fortgesetzt. \
2.2.2.3.2 Erdmagnetische Kartographie
Der Atlas und die Kartei über die „Gebiete unsicherer Mißweisung" wurden wie
bisher weitergeführt. Die Säkularvariation der erdmagnetischen Deklination
wurde für alle verfügbaren Stationen auf 1980 extrapoliert und danach eine Isopo
renweltkarte entworfen. Als Quelle dafür dienen die Veröffentlichungen der erd
magnetischen Observatorien.
Das auf bereitete Material bildet auch die Grundlage für die erdmagnetischen An
gaben in den Seehandbüchern und Seekarten.
Für elf Seehandbücher wurden Beiträge über Mißweisungen und Störgebiete so
wie die dazugehörigen Isogonenkarten geliefert. Für eine großmaßstäbige See
karte wurden die Linienführung der Isogonen entworfen, 1250 Mißweisungswerte
für 403 Seekarten errechnet und 478 „Gebiete unsicherer Mißweisung" nachge
wiesen.
Auskünfte über Mißweisungen, Störgebiete und allgemeine Fragen des erdmag
netischen Feldes erhielten wiederum Behörden, Institute, Industriebetriebe, Flug
hafengesellschaften und Einzelpersonen.
Das DHI ist von der International Association of Geomagnetism and Aeronomy
(IAGA) mit der Leitung der Arbeitsgruppe „Ground-based measurements for sa*
tellite geomagnetic surveys“ betraut worden. In dieser Arbeitsgruppe wurden die
von den einzelnen Ländern beabsichtigten weltweiten Bodenmessungen zur Un
terstützung des Satellitenmeßprogramms „MAGSAT" gesammelt und bekanntge
geben. Der Satellit MAGSAT wird von der NASA und dem US Geological Survey
betrieben und mißt in der Zeit von November 1979 bis etwa Mitte 1980 als erster
derartiger Flugkörper außer der Totalintensität auch die erdmagnetischen Kom
ponenten auf einer Bahn, die über der Dämmerungszone in einer Höhe zwischen
352 und 587 km liegt. Von diesem Unternehmen wird auch eine deutliche Verbes
serung der erdmagnetischen Weltkarten erwartet.
2.2.2.3.3 Messungen auf See
1978 wurde auf dem ersten Abschnitt der „Meteor-Fahrt Nr.48 auf der West
flanke des Reykjanes-Rückens zwischen 56° und 60° N erdmagnetisch, bathy-
metrisch und gravimetrisch vermessen. Einige flachseismische Profile wurden pa
rallel zur Rückenachse gelegt, um aus erdmagnetischen Messungen erschlossene
alte Bruchzonen an dem Verlauf der Basement-Tiefe besser erkennen zu können.