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33./34. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1978/79
Das ältere Protonenmagnetometer V4931 wurde modernisiert: der neue Vorwahl
zähler gestattet Messungen mit erhöhter Empfindlichkeit. Ein sehr stabiler Quarz
hoher Auflösung bildet den Kern des Zählers. Vergleichsmessungen zeigten, daß
die aus der ISATOME-Quarzuhr abgeleitete Referenzfrequenz nicht mehr als ab
solute Grundlage geeignet ist. Daher wird seit Ende des Jahres 1979 die Referenz
frequenz über einen Empfänger des Zeitzeichensenders DCF77 abgeleitet.
Die Totalintensität zur Zeit 2 Uhr UT wurde möglichst mit dem Protonenmagne
tometer V4931 bestimmt. Messungen mit dem Protonenmagnetometer V75 fanden
nur dann statt, wenn das V4931 nicht zur Verfügung stand. Die aus dem regelmä
ßigen Vergleich abgeleiteten systematischen Fehler wurden dann als Korrektio
nen angebracht.
Unter Federführung des Observatoriums wurde der Momentanwert-Vergleich
mit 20 europäischen Observatorien fortgesetzt. Die zentrale Auswertung erfolgte
mit Hilfe der Rechenanlage des DHI, die Monatsmittel der Differenzen sowie
eine Übersicht der von den Säkularvariationen befreiten maximalen Schwankun
gen dieser Monatsmittel wurden den beteiligten Stationen zugänglich gemacht.
An den Variometern waren Eingriffe erforderlich. Um die durch die Säkularvaria
tion bedingten Änderungen auszugleichen, wurden die Registrierhöhen der De
klination Anfang 1978 und die der Vertikalintensität Mitte 1979 justiert.
Die digitale Datenerfassungsanlage konnte bis auf die Ersatzregistriervorrich
tung installiert werden. Die Anlage registriert drei Komponenten des Erdmagnet
feldes und speichert diese auf Magnetband. Die aufbereiteten Daten sollen über
die Rechenanlage des DHI weiterverarbeitet werden.
Die Meßergebnisse werden gemeinsam mit den Magnetogrammen als „Numeri
sche Ergebnisse und Magnetogramme Wingst" herausgegeben. Erschienen sind
im Laufe der Berichtsjahre die Jahrbücher Nr. 22 und 23 der Jahre 1976 und 1977.
Die Vorarbeiten für das Jahrbuch Nr. 24 des Jahres 1978 sind abgeschlossen.
Wie in den Vorjahren wurde monatlich ein Bericht über die magnetische Aktivi
tät herausgegeben und an 85 Stellen des In- und Auslandes verschickt. Außerdem
wurden die Kennziffern im Monthly Report des Forschungsinstitutes der Deut
schen Bundespost veröffentlicht. Die zuständigen internationalen Datenzentren
und andere interessierte Stellen erhielten monatlich die Teilkennziffem der De
klination und der Horizontalintensität sowie einen Bericht über die besonderen
Effekte und Pulsationen, außerdem vierteljährlich die vorläufigen Tages- und Mo
natsmittel der erdmagnetischen Elemente. Mikrofilme der Registrierungen des
Haupt- und Pulsationssystems wurden den Weltdatenzentren vierteljährlich zu
gesandt.
Kopien der Magnetogramme erhielten regelmäßig das Institut für Geophysik der
Universität Göttingen, das Adolf-Schmidt-Observatorium Niemegk, die Gesell
schaft für Praktische Lagerstättenforschung, Hannover, und auf Anforderung
auch andere Institute des In- und Auslandes.
Die Zusammenarbeit innerhalb der „Arbeitsgemeinschaft Ionosphäre der deut
schen geophysikalischen Institute" und der URSI (Union Radio Scientifique Inter
nationale) wurde fortgesetzt.