Meereskunde
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Eine Untersuchung über das Treibeisvorkommen in der Weddellsee war für die
Planung der Antarktisforschung der Bundesrepublik Deutschland wichtig. Die
Arbeitsgrundlage dafür bildeten Aufnahmen mit hochauflösenden Sensoren eini
ger amerikanischer Wettersatelliten und Eiskarten. Als erste Ergebnisse sind
jährliche und jahreszeitliche Schwankungen der Eiskonzentration (Maß für die
Eisbedeckung) zu erwähnen. Die seit einigen Jahren laufenden statistischen Un
tersuchungen über das Eis sind auf das Europäische Nordmeer und die Barents
see ausgedehnt worden. Die in Karten dargestellten Ergebnisse bildeten die
Grundlage für einen Seehandbuchbeitrag über Eis.
22.2.23 Sonstige Arbeiten
In den letzten zwei Wintern erprobte der Eisdienst gemeinsam mit anderen Eis
diensten der Ostsee-Anliegerstaaten einen neuen Eiskode mit gutem Erfolg.
Wahrscheinlich wird dieser mit Wirkung des Winters 1981/82 im internationalen
Beobachtungsdienst der Nord- und Ostsee eingeführt werden.
Für die Neuauflage des Handbuchs der Ostküste Südamerikas, II. Teil, wurde der
Beitrag über Eis textlich überarbeitet. Für die Neuauflagen des Handbuchs für
Belte und Sund, des Handbuchs für das Skagerrak, I. Teil, sowie für das Hand
buch des Europäischen Nordmeers wurde das Eisvorkommen nach neuen statisti
schen Unterlagen beschrieben.
26 Gutachten über Eis waren anzufertigen; 17 schriftliche Auskünfte wurden er
teilt.
2.2.2.2A Fernerkundung
Die Arbeiten zum Erdwissenschaftlichen Flugzeugmeßprogramm wurden abge
schlossen. über die Ergebnisse wurde in 25 Veröffentlichungen und 20 Vorträgen
berichtet. Ein Mitarbeiter wirkte an der Aufstellung weiterer Fernerkundungs
programme mit, so z. B. für das „Microwave Remote Sensing Experiment“, das die
European Space Agency (ESA) für die erste SPACELAB-Mission vorsieht.
Ein gemeinsam mit der Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und
Raumfahrt (DFVLR) unternommener Versuch, ein von einem Flugzeug mitgeführ
tes Seitensicht-Radargerät für die Eiserkundung einzusetzen, verlief erfolgreich.
Da der Informationsgehalt der gewonnenen Radarbilder noch gesteigert werden
kann, soll das Versuchsprogramm in den folgenden Jahren fortgesetzt werden.
2.2.2.3 Erdmagnetismus, Observatorium Wingst
2.2.2.3.1 Erdmagnetisches Observatorium Wingst
Zur Bestimmung der Variometer-Basen wurden wöchentlich die Horizontal-, Ver
tikal- und Totalintensität mit dem Protonen-Komponenten-Magnetometer gemes
sen, die Deklination mit dem Stationstheodoliten mindestens zweimal im Monat
bestimmt. Die Basis der Vertikalintensität wurde laufend mit zwei Z-Waagen kon
trolliert Eine Meßreihe hatte gezeigt, daß das Protonen-Komponenten-Magneto-
meter auch zur Sicherung der Deklinationsbasis geeignet ist. Seitdem wurden re
gelmäßig Zusatzmessungen nach dieser Methode ausgeführt.