Meereskunde
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submikroskopische Trübung offenbar aus anorganischem und organischem Mate
rial besteht.
In Zusammenarbeit mit dem Institut für Meereskunde an der Universität Kiel
wurde das Datenmaterial der Expedition „Overflow 73” zu einem Atlas der Was
sermassenverteilung über dem Grönland-Island-Sehottland-Rücken zusammenge
stellt.
Die ersten Ergebnisse der Terminfahrten in die Deutsche Bucht aus dem Jahre
1976 wurden in einem Datenband veröffentlicht.
Die hydrographischen Daten des Fladengrund-Experiments 1976 (FLEX) wurden
in der Berichtszeit aufbereitet und einer kritischen Analyse unterzogen. Die Ar
beiten wurden im wesentlichen aus Mitteln des SFB 94 finanziert. Der außeror
dentlich umfangreiche FLEX-Datensatz wurde dem DOD und den an FLEX betei
ligten Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt.
Die zehnjährige Reihe der am DHI mit Unterstützung der Deutschen Wissen
schaftlichen Kommission für Meeresforschung (DWK) wöchentlich herausgege
benen, quasisynoptischen Karten der Oberflächentemperatur der Nordsee wurde
bearbeitet. Dafür wurden die Karten digitalisiert und die Werte statistisch analy
siert. Als Ergebnis wurden Monatsmittelwerte, Amplitude und Phase des Jahres
ganges vorgelegt. Der Vergleich mit dem Jahresgang der Wärme- und Strah
lungsflüsse an der Meeresoberfläche, die ebenfalls berechnet und analysiert wor
den waren, zeigte, daß der Jahresgang der Oberflächentemperatur nicht allein
durch die Wärme- und Strahlungsflüsse an der Grenzfläche Meer-Atmosphäre
erklärt werden kann, sondern daß vielmehr das Gesamtsystem, d. h. die gesamte
Wassersäule, betrachtet werden muß.
Die Temperatur- und Salzgehaltsbeobachtungen an den deutschen Feuerschiffen
der Nord- und Ostsee in den Jahren 1977 und 1978 wurden analysiert und mit den
langjährigen Mittelwerten verglichen. Die Ergebnisse wurden veröffentlicht.
Zur Verbesserung der Informationen über die Naturverhältnisse - insbesondere
für nautische Belange (Seehandbücher, Monatskarten) - wurde ein umfangreiches
Programmpaket entwickelt, das es ermöglicht, statistische Bearbeitungen umfang
reicher Datenmengen aus unterschiedlichen Meeresgebieten vorzunehmen. Die
ses Programm ist sehr variabel im Hinblick auf die üblichen internationalen Da
tenaustauschformate (ICES, DOD, NODC)* und die Auswertekriterien.
Eine erste Anwendung fand diese Software bei dem Entwurf neuer Karten des
Oberflächensalzgehaltes im Mittelmeer. Ein Ergebnis dieser Untersuchung war
die Erkenntnis, daß sich die Hydrographie des östlichen Mittelmeeres nach dem
Bau des Assuan-Staudammes am oberen Nil und dem damit verbundenen Aus
bleiben der starken Nilabflüsse erheblich verändert hat.
Für das Seehandbuch „Europäisches Nordmeer" Wurden die Abschnitte „Tempe
ratur des Oberflächenwassers“ und „Salzgehalt des Oberflächenwassers" neu be
*) ICES: International Council for the Exploration of the Sea (Internationaler Rat für Mee
resforschung)
DOD: Deutsches Ozeanographisches Datenzentrum
NODC: National Oceanographic Data Center, Washington