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Full text: Jahresbericht 1978-1979

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33./34 Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1978/79 
Die kontinuierlichen Registrierungen von Temperatur und Salzgehalt im Oberflä 
chenwasser ließen bereits an Bord beträchtliche horizontale Gradienten erken 
nen, die des Salzgehaltes (Salzgehaltsfronten) waren besonders ausgeprägt, Erste 
Auswertungen an Land bestätigten diesen Befund und zeigten außerdem an 
Hand der Delphin-Daten, daß sich diese Frontalzonen nicht nur auf die Oberflä 
che beschränken. Die Abb. 3 zeigt die Salzgehaltsverteilung im Oberflächenwas 
ser während der ersten Aufnahme der Deutschen Bucht durch VFS „Gauß" vom 
16. 8. bis 20. 8. 1979* die engen Scharungen der Linien gleichen Salzgehaltes sind 
etwa identisch mit der Lage der Fronten. 
Die optischen Eigenschaften des Meerwassers, die von der Forschungsplattform 
„Nordsee" (FNP) aus vom 24. 3. bis 23.4. 1979 gemessen worden waren, sollten 
auch zu den Daten des Satelliten „ Nimbus 7" in Beziehung gesetzt werden. 
Erstmalig beteiligte sich das DHI an dem deutschen Antarktis-Programm. Der 
norwegische Eisbrecher „Polarsirkel“ wurde im November 1979 mit XBTs ausge 
rüstet und angewiesen, auf der Anreise zur Weddellsee Messungen auszuführen. 
Die Ergebnisse sollen im Rahmen von IGOSS an das DHI äbgesetzt und anschlie 
ßend hier aufbereitet und bearbeitet werden. 
2.2.2.1.2 Auswertung von Meßergebnissen 
Das Flugzeugmeßprogramm (FMP 76) wurde abgeschlossen und die Ergebnisse in 
mehreren Veröffentlichungen und Vorträgen publiziert. Es zeigte sich u. a„ daß 
der Erfolg des routinemäßigen Einsatzes der Infrarot-Methoden stark von den 
meteorologischen Bedingungen abhängt. Außerdem erwies sich, daß zwar eine 
befriedigende Meßsicherheit der Absolutwerte der Temperatur der Meeresober 
fläche zu erreichen ist, daß dazu aber ein großer technischer Aufwand und ein 
langwieriger Aufbereitungsprozeß gehören. 
Die „sea-truth"-Messungen, die im Rahmen von „EURASEP 1977"* ausgeführt 
worden waren, wurden im Berichtszeitraum ausgewertet und veröffentlicht. 
Das farbmetrische Verfahren und das Trübungsmeßverfahren haben sich schon 
sehr bald zu einer ozeanographischen Routine entwickeln lassen. Gleichfalls zur 
Meßroutine auf See sind die Aufnahme von Attenuationsspektren und die Quan 
tametrie (Messung der spektralen Verteilung von Oberlicht und Unterlicht im 
Wasser) geworden. 
Im Jahre 1979 waren die optischen Arbeiten besonders auf Labormessungen aus 
gerichtet. Farbe, Trübung, Fluoreszenz (vollquantenkorrigierte Spektren) und At 
tenuationsspektren von ca. 120 Filtraten von Wasserproben aus der Deutschen 
Bucht wurden gemessen. Die Ergebnisse haben insbesondere zur quantitativen 
Erfassung des terrestrischen Gelbstoffes in der Deutschen Bucht geführt (Grö 
ßenordnung 0,6 mg/1 bis 6 mg/1). Außerdem ist eine blau streuende, submikrosko 
pische Trübung in den Wasserproben gefunden worden, die für die quantitative 
Deutung von Femerkundungsbildern sehr wichtig ist. Die geographische Vertei 
lung dieser Trübung ist studiert worden. Eine elektronenmikroskopische Studie 
im ELO-Applikationslabor von Carl Zeiss in Oberkochem hat gezeigt, daß die 
') EURASEP: European Association of Scientists for Experiments on Pollution
	        
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