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33./34. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1978/79
Für die Seevermessung wurden 36 Wasserstandserrechnungskarten der deutschen
Vermessungsgebiete zum Beschicken der Lotungen entworfen.
Zahlreiche Auskünfte und Gutachten über Gezeiten und Wasserstände wurden
an Schiffahrtskreise, Seeämter, Gerichte und Privatpersonen erteilt
2.2.1.3.2 Besondere Arbeiten
Mit der Entwicklung eines hydrodynamisch-numerischen Wasserstandsmodells
für Flußläufe wurde begonnen, um den Gezeitenverlaüf in Flüssen besser zu erkennen.
Der wesentliche Unterschied dieses Modells zu den herkömmlichen besteht
darin, daß hier krummlinige Koordinatensysteme benutzt werden, die dem
Flußverlauf angepaßt sind. Dadurch werden einerseits die notwendigen Randbedingungen
automatisch erfüllt, andererseits treten dabei sämtliche Einflüsse der
Flußgeometrie auf die Bewegungen des Wassers in den Grundgleichungen auf.
Das numerische Lösungsverfahren für diese Gleichungen mußte in wesentlichen
Teilen gegenüber dem in den herkömmlichen Modellen benutzten Verfahren abgeändert
werden. Es wurde ein Teil der notwendigen Vorarbeiten geleistet, um
das Modell auf die Flüsse Elbe, Weser und Ems anzuwenden. Dazu gehört das
Entnehmen der Flußgeometrie aus den Seekarten. Um den Vergleich mit der Natur
hersteilen zu können, wurde damit begonnen, Pegelbögen von ausgewählten
Pegeln dieser drei Flüsse auszuwerten.
2.2.1.4 Wasserstandsvorhersage- und Sturmflutwarndienst
Der Wasserstandsvorhersage- und Sturmflutwarndienst wurde wie bisher wahrgenommen
und vom Seewetteramt wetterkundlich beraten.
Das 1. Programm des Norddeutschen Rundfunks und des Westdeutschen Rundfunks
verbreitete regelmäßig die Vorhersage der Hochwasserstände an der deutschen
Nordseeküste, bei Emden, Bremen und Hamburg im Anschluß an die
Nachrichtensendungen um 9.00 Uhr und 22.00 Uhr. Radio Bremen brachte die
Vorhersagen nach den Nachrichtensendungen um 9.00 Uhr und 23.00 Uhr auf der
„Hansawelle" und im 2. Programm. Der Deutschlandfunk strahlte die Vorhersagen
täglich gegen 1.05 Uhr und 12.40 Uhr im Anschluß an den Seewetterbericht
aus. Die Radarzentralen Knock, Bremerhaven und Cuxhaven sowie der Schiffsmeldedienst
in Hamburg erhielten regelmäßig mindestens zweimal täglich Vorhersagen
für die Hoch- und Niedrigwasser auf ihren Revieren. Der Fernsprechansagedienst
der Bundespost in Hamburg verbreitete unter der Kurzrufnummer
11609 Sturmflutwarnungen für das Gebiet des Hamburger Hafens. Nach Fertigstellung
einer neuen Durchwahlanlage im März 1979 hat der Dienst auch einen automatischen
Anrufbeantworter erhalten, der außerhalb der regulären Dienstzeit
die jeweils letzte Wasserstandsvorhersage für die Hochwasser bekanntgibt.
Der Geophysikalische Beratungsdienst der Bundeswehr sowie die Wetterämter
Bremen und Schleswig erhielten vereinbarungsgemäß Vorhersagen und Warnungen
durch Fernschreiben.
Mit den Sturmflutwamdienststellen der Niederlande und Dänemarks wurden
Vorhersagen und Beobachtungen ausgetauscht. Der britische Sturmflutwam-