Nautische Technik
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2.5.3.3 Akustische und optische Hilfsmittel der Navigation
Für die Beurteilung von Echolotwandlern wird in einem Wassertank die
Strahlcharakteristik gemessen. Da die Dämpfung an den Wänden trotz einge
bauter Schallabsorber unzureichend war, wurde eine Laufzeittorschaltung in Ver
bindung mit einer halbautomatischen Registrierung eingesetzt. Damit kann nun
das Nahfeld-Richtdiagramm wesentlich genauer dargestellt werden. Die Fern
feldmessung im freien Wasser, z. B. in der Elbe, wird vorbereitet; auch dafür ist
eine Laufzeittorschaltung vorgesehen.
Die Sonden für die Messung der Schallgeschwindigkeit mußten bis
her in destilliertem Wasser kalibriert werden. Um für die Seevermessung eine
praxisbezogenere und genauere Kalibrierung zu ermöglichen, wurde ein Basis
schallgeschwindigkeitsmesser entwickelt,, mit dem nun die absolute Schallge
schwindigkeit im Seewasser unabhängig von Temperatur und Salinität gemessen
werden kann.
Die für den italienischen Hydrodienst entwickelte Wasserschallgeschwindigkeits
meßsonde wurde erprobt, kalibriert und abgeliefert. Für die Erprobungsstelle 71
der Bundeswehr in Eckernförde wurden im Rahmen eines Sonderauftrages zwei
schleppbare Schallgeschwindigkeitsmeßgeräte entwickelt und angefertigt. Beide
Geräte wurden nach eingehender Prüfung im Wasserkanal, und an Bord abge
liefert.
Die den Anforderungen der Seestraßenordnung entsprechende Anbringung von
Pfeifen an Bord, die Ausbreitung von Schallsignalen und die Schalldruck
pegel wurden untersucht. Aufgrund der für Schallsignale geforderten Reichwei
ten ergeben sich vorwiegend auf Fahrzeugen mit einer Länge von 20 m bis 75 m
und über 200 m an den Hörstellen Schalldruckpegel, die den für das menschliche
Gehör maximal zulässigen Pegel überschreiten.
Eine Untersuchung eingefärbter Wärmeschutzgläser für die Brücken
verglasung ergab, daß die Einfärbung mit der Erkennbarkeit weißer und farbiger
Signallichter nach der Seestraßenordnung unvereinbar ist.
Bei einer Untersuchung von Leuchtstäben in- und ausländischer Herstel
ler auf der Basis der Chemolumineszenz, die als Rettungslichter verwendet
werden sollen, wurde im Anfangszustand mit einer Lichtstärke von 0,6 cd eine
Tragweite von etwa 0,65 sm bei einem Sichtwert K = 0,8 erreicht. Bereits eine
Stunde nach der Auslösung des Chemolumineszenzeffektes fiel die Tragweite auf
etwa 20% ab. Die Gesamtleuchtdauer betrug 12 Stunden. Damit liegt das Ergeb
nis unter dem von der IMCO geforderten Wert von 2 cd über eine Leuchtdauer
von mindestens 45 Minuten.
2.5.3.4 Ortungsfunk
Bei den bisher üblichen Aufstellungsplätzen für Peilrahmen erwies sich
die Zielfahrtfähigkeit auf der Sprechfunk-Notfrequenz in den meisten Fällen als
nicht zufriedenstellend. Das lag weniger an großen Werten der Funkbeschickung,
als vielmehr an der Unsicherheit der eindeutigen Seitenbestimmung infolge der
Rückstrahlfelder bei Grenzwellenpeilungen.
In der Radartechnik erfolgt die Aufbereitung von Analogsignalen zuneh
mend durch Digitalisierung; hierdurch soll das Bild von Störeinflüssen befreit