Geophysik und Astronomie
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Exemplaren herausgegeben. 251 telefonische und 12 fernschriftliche Auskünfte
wurden erteilt. Zur Weiterverbreitung erhielten der Deutschlandfunk 19 Eis
berichte, die Küstenfunkstellen Norddeich- und Kiel-Radio 9 Eiswarnmeldungen
und das Seewetteramt, Hamburg, in der Eisbergsaison 45 Eisübersichtskarten des
Seegebietes um Neufundland zur Weiterverbreitung über Bildfunk. Südlich
48° N wurden 151 Eisberge gezählt, normal sind 297 Eisberge.
Der Winter 1976/77 war an der Nordseeküste eisarm, an der westlichen Ostsee
küste ebenso wie im größten Teil des übrigen Ostseeraumes dagegen normal. Im
norddeutschen Küstengebiet trat das Eis mit mehreren Unterbrechungen in der
Zeit vom 17. Dezember 1976 bis 8. Februar 1977 auf. Es beschränkte sich im
wesentlichen auf den inneren Teil des nordfriesischen Wattengebietes und die
Elbe oberhalb Brunsbüttel sowie auf die inneren Buchten an der westlichen
Ostseeküste. Die Kleinschiffahrt war kaum behindert.
In der Zeit vom 18. November 1976 bis zum 27. Mai 1977 wurden 132 gedruckte
Eisberichte und 48 gedruckte Eisübersichtskarten in einer Auflage von 330
Exemplaren herausgegeben. 213 telefonische und 11 schriftliche Auskünfte wur
den erteilt. Das Seewetteramt, Hamburg, erhielt zur Weiterverbreitung über
Bildfunk in der Eisbergsaison 33 Eisübersichtskarten des Seegebietes um Neu
fundland; südlich 48° N wurden nur 22 Eisberge gezählt.
Der Austausch der Eismeldungen mit den von der Vereisung betroffenen An
liegerstaaten der Nord- und Ostsee verlief wie in den vorausgegangenen Jahren
reibungslos. Der Deutsche Wetterdienst übermittelte die Eismeldungen und
Wassertemperaturbeobachtungen über das Wetterfernschreibnetz und stellte die
aufgenommenen Fotos der amerikanischen Wettersatelliten zur Verfügung. Das
Seewetteramt, Hamburg, beriet wie bisher den Eisnachrichtendienst meteoro
logisch. In den letzten Jahren nahm die Beratungstätigkeit des Eisnachrichten
dienstes für Forschungsreisen und Sonderunternehmungen in die arktischen
und antarktischen Gewässer zu.
2.4.9.2 Auswertung der Beobachtungen
Die Eisbeobachtungen des Nord- und Ostseeraumes wurden wie üblich in die
Eiskarten übernommen und die Aufnahmen des Forschungssatelliten LANDSAT-
II hinsichtlich der Eisbedeckung kartographisch ausgewertet.
Für die nächsten Jahre ist der Aufbau einer Eisdatenbank für das norddeutsche
Küstengebiet vorgesehen. Dazu müssen alle Eismeldungen, die zum Teil noch im
Text vorliegen, in geeigneter Form verschlüsselt werden. Diese Arbeit wurde für
bestimmte Seegebiete der westlichen Ostsee für den Beobachtungszeitraum von
1954 bis 1976 vorgenommen. Die statistische Auswertung eines Teils des Zahlen
materials lieferte Häufigkeitsverteilungen für die Konzentration (Bedeckungs
grad) und Dicke des Eises für das Seegebiet beim Leuchtturm Kiel, den Fehmarn
belt und die Lübecker Bucht.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Überarbeitung der eisklimatischen Darstellun
gen in Eisatlanten und -Übersichten. Für die Ostsee und deren Übergangsgebiete
zur Nordsee südlich der Breite von 58° N wurde für jeden Winter der Zeit von
1940 bis 1976 der Höchststand der Vereisung zeichnerisch bestimmt und daraus
die ortsabhängige Häufigkeit des maximalen Eisvorkommens bei unterschied