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31./32. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1976/77
2.4.7.4 Zeitmesserprüfdienst
Im Berichtszeitraum wurden 77 mechanische und 537 quarzgesteuerte Schiffs-
Chronometer, eine quarzgesteuerte Schiffshauptuhr, ein Taschenchronograph
sowie 34 Armband-Chronometer geprüft und gegebenenfalls mit einem amtlichen
Prüfzeugnis versehen. Ein quarzgesteuertes Schiffs-Chronometer Schweizer Her
kunft wurde der Baumusterprüfung unterzogen. Die Geräte dieses Typs wurden
als Schiffs-Chronometer im Sinne der Anlage 3 zur Schiffssicherheitsverordnung
zugelassen.
2.4.8 Fachgebiet G9: Zeitdienstinstrumente
Das seit 1957 ständig benutzte photographische Zenitfernrohr wurde 1976 voll
ständig zerlegt und gründlich überholt.
Die für die bevorstehende Verlagerung des Fernrohr-Standortes erforderlichen
Vorarbeiten wurden begonnen.
Der Meßtisch zur Auswertung der Photoplatten wurde durch zwei neuartige
digitale Weggeber, die nach dem Phasengitterverfahren arbeiten, erweitert.
Um den Stand von Uhren und Gebergeräten ohne Anwesenheit einer Person
registrieren zu können, wurde eine automatische Meßstellenabfrage entwickelt
und gebaut. Damit können zehn betriebswichtige Meßgrößen zu verschiedenen
Zeitpunkten kontrolliert werden.
Eine autonome Kleinquarzuhr wurde entwickelt, die bei Ausfall des Stromnetzes
als Reserve dienen kann. Außerdem ist sie wegen ihrer geringen Größe gut für
Zeitvergleiche zwischen Zeitbasen an verschiedenen Orten geeignet.
Die beiden Präzisionspendeluhren wurden vollständig überholt.
Die Notstromanlage des Zeitdienstes wurde an ihrem endgültigen Aufstellungs
ort im Keller untergebracht. Die Reserveeinheit für die Notstromanlage wurde
ebenfalls fertiggestellt.
Die Mitarbeiter des Fachgebietes beteiligten sich an den nächtlichen Beobachtun
gen am Zenitfernrohr sowie an Wochenenden und Feiertagen am Zeit- und
Zeitmesserprüfdienst.
2.4.9 Fachgebiet G10: Meereis
2.4.9.1 Eisnachrichtendienst
An den Küsten der Bundesrepublik setzte im Winter 1975/76 die Eisbildung am
26. Januar ein. Das letzte Eis schmolz an der Nordseeküste am 25. Februar, an der
Küste der westlichen Ostsee am l.März ab. Der Höchststand der Vereisung
wurde in der ersten Februardekade erreicht. Damals waren an der Nordseeküste
die Wattengebiete und die Flußmündungen weitgehend mit Eis bedeckt. An der
westlichen Ostseeküste trat nur in den inneren Buchten Eis auf. Die Kleinschiff
fahrt war in den meisten Fahrwassern behindert.
In der Zeit vom 4. Dezember 1975 bis zum 26. Mai 1976 wurden 118 gedruckte
Eisberichte und 44 gedruckte Eisübersichtskarten in einer Auflage von 330