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Full text: Jahresbericht 1976-1977

Geophysik und Astronomie 
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2.4.7.2 Zeitbewahrung, Zeitvergleiche 
Die Zeitskala UTC (DHI) wich während des Jahres 1977 nie mehr als 1,5 ¡rs von 
der internationalen Skala UTC (BIH) ab, ohne daß die Frequenz der Cäsium- 
Atomuhr, die UTC (DHI) erzeugt, hätte nachgeregelt werden müssen. Der Ver 
gleich der beiden Zeitskalen geschieht durch Phasenmessung der Aussendungen 
des Loran-C-Senders Sylt. 
Die gemessenen Zeitdifferenzen UTC (DHI) — Loran-C wurden regelmäßig auch 
dem US Naval Observatory (USNO), Washington, mitgeteilt, das die Synchroni 
sierung aller Sender des Loran-C-Navigationssystems besorgt. Das DHI erhält 
wöchentlich die Meßwerte des USNO, was ermöglicht, die Zeitdifferenz 
UTC (DHI) — UTC (USNO) stets mit einer Unsicherheit von weniger als 1 ¡xs 
anzugeben. Die unabhängige Messung dieser Differenz mittels einer transpor 
tablen Cäsium-Atomuhr des USNO am 11. Juni 1976 ergab einen Wert, der vom 
erwarteten 0,3 ¡xs ± 0,1 ¡xs abwich. 
Die täglichen Präzisionszeitvergleiche mit der Physikalisch-Technischen Bundes 
anstalt (PTB), Braunschweig, über den Loran-C-Sender Sylt, den Langwellen 
sender DCF 77 und den Sender Uelzen des Zweiten Deutschen Fernsehens 
wurden in der gewohnten Weise fortgesetzt. Eine Kontrolle der beim „Fernseh 
vergleich" verwendeten Laufzeitkorrektionen mittels Atomuhrentransport der 
PTB am 27. Juli 1977 erwies, daß diese unverändert beibehalten werden können. 
Die Zeitvergleiche nach dem Fernsehverfahren mit dem Zentralinstitut für 
Physik der Erde, Potsdam, dem Institut für Radiotechnik und Elektronik, Prag, 
und der Satellitenbeobachtungsstation des Fachbereichs Höhere Geodäsie und 
Astronomie der Technischen Universität Berlin wurden wie bisher weitergeführt. 
Die vierteljährlich in unveränderter Form erscheinenden Berichtshefte „Zeit- und 
Breitendienst" wurden an etwa 120 Stellen des In- und Auslandes, teilweise im 
Austausch gegen deren Publikationen, versandt. 
2.4.7.3 Zeitverbreitung 
Das DHI verbreitete im bisherigen Umfang Zeitsignale nach UTC und den 
Zeitkode DUT1 ~ UT1—UTC auf Seefunkfrequenzen im Kurz- und Grenz 
wellenbereich über Sender in Elmshorn, Norddeich-Osterloog und Kiel und 
strahlte Kurzzeitzeichen, die UTC + 1 h angeben, über die Sender des Deutsch 
landfunks sowie im 1. Hörfunkprogramm des Norddeutschen und des Westdeut 
schen Rundfunks aus. Es steuerte wie in den Vorjahren die Hauptuhr der 
Bundesbahndirektion Hamburg-Altona, von der alle Bundesbahnuhren sowie 
u. a. auch die Uhrenanlagen des Zweiten Deutschen Fernsehens und des Hessi 
schen Rundfunks abhängen. Impulse zur Uhrensteuerung wurden ferner abge 
geben an die zentrale Uhrenanlage des Norddeutschen Rundfunks, Fernsehstudio 
Lokstedt, einen Hamburger Hersteller von Schiffs-Chronometern und an die 
Freie und Hansestadt Hamburg, Baubehörde. Am 31. Dezember 1976 und am 
31. Dezember 1977, jeweils um 24 Uhr UTC, wurden die Zeitsignale und die 
öffentliche Uhrzeit wieder um 1 s zurückgestellt. Die Seeschiffahrt wurde in den 
NfS, dem SfK und dem NF, zahlreiche Institutionen brieflich und die Öffentlich 
keit durch gemeinsame Pressemitteilungen des DHI und der PTB unterrichtet.
	        
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