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Full text : Jahresbericht 1976-1977

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31./32.  Jahresbericht  des  Deutschen  Hydrographischen  Instituts  1976/77

Während  der  „Meteor"-Fahrt  Nr.  45  (1977)  für  das  „Reykjanes-Iceland  Seismic
Project"  war  das  DHI  an  den  ersten  beiden  Fahrtabschnitten  beteiligt.
Die  gravimetrischen  Messungen  begannen  bereits  in  der  Deutschen  Bucht,  die
magnetischen  Messungen  nach  Passieren  des  Pentland  Firth.  Im  Arbeitsgebiet
wurden  diese  Messungen  auch  auf  den  seismischen  Profilen  fortgeführt.  Außerdem ­
  konnten  mehrere  Gravimeter-  und  Magnetikprofile  quer  zur  Rückenachse
des  Reykjanes-Rückens  abgelaufen  werden.  Eine  magnetische  und  gravimetrische
  Engvermessung  fand,  zur  genaueren  Untersuchung  des  Zentralrückens,  im
Gebiet  zwischen  62°  16'  N,  61°  36'  N  und  25°  28'  W,  27°  05'  W  statt.  Im  Seegebiet
zwischen  63°  46'  N,  59°  12'  N  und  24°  06'  W,  39°  00'  W  wurden  die  Meßprofile  so
gelegt,  daß  sie  das  bestehende,  aber  noch  sehr  lückenhafte  Profilnetz  (Arbeitsgebiet ­
  der  „Bartlett",  1975  und  der  „Meteor"-Fahrt  Nr.  43)  ergänzten.
Für  die  „Meteor"-Fahrt  Nr.  43  (1976)  liegen  alle  „Freiluft"-Schwerewerte  sowie
die  „Simple-Bouguer"-Anomalien  vor.  Alle  ausgewerteten  magnetischen  und
gravimetrischen  Ergebnisse  sind  in  Arbeitskarten  eingetragen  worden.  Vorläufige ­
  Isanomalen-Pläne  wurden  fertiggestellt.  Gerechnet  wurden  auch  die
wahren  Bougper-Schwerewerte  aus  dem  Seegebiet  nordöstlich  von  Island
(„Meteor"-Fahrt  Nr.  28,  1972).

2.4.7  Fachgebiet  G8:  Zeit-  und  Breitendienst,  Chronometrie
2.4.7.1  Bestimmung  der  astronomischen  Weltzeit  und  der  Breite
Am  Photographischen  Zenitfernrohr  (PZT)  wurden  in  191  Nächten  3556  Durchgänge ­
  von  Fixsternen  beobachtet.  Davon  entfielen  3112  auf  die  119  Programmsterne ­
  für  die  Bestimmung  der  astronomischen  Weltzeit  und  der  momentanen
Breite  des  Beobachtungsorts,  der  Rest  auf  die  17  Zusatzsterne,  die  später  einen
Teil  der  gegenwärtigen  Programmsterne  ersetzen  sollen.
Die  Ergebnisse  der  Beobachtungen  am  PZT  wurden  weiterhin  wöchentlich  durch
Fernschreiben  dem  Bureau  International  de  l'Heure  (BIH),  Paris,  übermittelt  als
Beitrag  zur  kurzfristigen  Vorhersage  und  zur  späteren  endgültigen  Bestimmung
der  Weltzeit  UT1,  der  Umdrehungsgeschwindigkeit  der  Erde  und  der  Polbewegung. ­
  Das  BIH  erhielt  wunschgemäß  auf  Lochkarten  eine  Zusammenstellung  der
Resultate  der  PZT-Beobachtungen  1962  bis  1966.  Die  Daten  der  laufenden
Beobachtungen  wurden  wie  bisher  dem  Zentralbüro  des  International  Polar
Motion  Service  in  Mizusawa,  Japan,  und  anderen  Interessenten  monatlich
mitgeteilt.
Aus  den  PZT-Beobachtungen  1972,5  bis  1976,5  wurden  Verbesserungen  der  Örter
des  eigenen  Sternkatalogs  abgeleitet  als  Vorarbeit  für  die  nächste  Katalogrevision. ­

Das  Rotationsverhalten  der  Erde  von  1973  bis  1975  wurde  auf  der  Grundlage  der
vom  BIH  veröffentlichten  Zeitdifferenzen  UT1  —  TAI  analysiert.  Die  ungewöhnlich ­
  starke  Beschleunigung  der  Erdumdrehung  gegen  Ende  1973,  als  sich  die
Tagesdauer  innerhalb  eines  halben  Monats  um  fast  0,001  s  verkürzte,  ist  als
Unregelmäßigkeit  der  Jahresschwankung  zu  deuten.  Dafür  sprechen  auch  die
Luftdruckanomalien  auf  der  Südhalbkugel  während  des  fraglichen  Zeitraums.
            
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