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Full text: Jahresbericht 1976-1977

Geophysik und Astronomie 
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eine neue Gesamtdarstellung der Gezeiten des östlichen Mittelmeeres erarbeitet, 
die besonders durch die Interpretation der Gezeiten als stehende Wellen das Bild 
der Gezeitenströme vereinfacht. 
Für Schiffahrt, Behörden, Gerichte und Privatpersonen wurden zahlreiche Gut 
achten und Auskünfte erteilt. 
2.4.2.2 Besondere Arbeiten 
Die Verfahren zur Untersuchung des Gezeitenstromanteiles in Strommessungen 
wurden weiter verfeinert. Eine gute Gelegenheit zu ihrer Überprüfung wie auch 
zur Untersuchung der engräumigen Veränderlichkeit des Gezeitenstromes bieten 
die Daten aus der nördlichen Nordsee, die 1976 während des Fladengrund- 
Experiments (FLEX '76) gewonnen wurden. Zur Verbesserung der Datenqualität 
konnten mit Spline-Techniken verschiedene Methoden erprobt werden; ihre 
Einführung steht vor dem Abschluß. Erste vergleichende Untersuchungen von 
Gezeitenstrom und Wasserstandsänderung an einem Ort ermöglichen detaillierte 
Einblicke in den physikalischen Ablauf der Bewegungsvorgänge. Hierbei wurden 
besonders für alternierende Ströme, wie sie in den deutschen Revieren auftreten, 
gute Ergebnisse bei der Festlegung der Kenterzeiten erreicht. 
Die Bearbeitung der Meßdaten aus der Iberischen Tiefsee wurde mit der Ver 
öffentlichung eines umfangreichen Datenreports vorläufig abgeschlossen. Ein 
zelne Aspekte der großräumigen Zirkulation und Veränderlichkeit, besonders im 
Hinblick auf den Einfluß eines östlichen Schelfrandes, sowie die Rolle der 
internen Gezeiten, wurden für Veröffentlichungen vorbereitet. 
Für Untersuchungen des Topographieeinflusses auf Gezeiten am Schelfrand 
wurden Daten der Overflow-'73-Expedition erneut benutzt; hierzu stellten auch 
andere Institute Strommessungen von mehr als einem Jahr Dauer zur Verfügung. 
2.4.3 Fachgebiet G3: Windstau- und Sturmflutwarndienst 
Der Wasserstandsvorhersage- und Sturmflutwarndienst wurde wie bisher unter 
Beteiligung mehrerer Wissenschaftler der Fachgebiete Gl und G2 sowie der 
Abteilung Meereskunde wahrgenommen und vom Seewetteramt wetterkundlich 
beraten. 
Das I. Programm des Norddeutschen Rundfunks und des Westdeutschen Rund 
funks verbreiteten regelmäßig die Vorhersage der Hochwasserstände an der 
deutschen Nordseeküste, bei Emden, Bremen und Hamburg im Anschluß an die 
Nachrichtensendungen um 09.00 Uhr und 22.00 Uhr. Radio Bremen brachte die 
Vorhersage anschließend an die Nachrichtensendungen um 09.00 Uhr und 
23.00 Uhr sowohl auf der „Hansawelle" als auch im II. Programm. Der Deutsch 
landfunk strahlte die Vorhersagen täglich gegen 01.05 Uhr und 12.40 Uhr im 
Anschluß an den Seewetterbericht aus. Die Radarzentralen Knock, Bremerhaven 
und Cuxhaven sowie der Schiffsmeldedienst in Hamburg erhielten regelmäßig 
mindestens zweimal täglich Vorhersagen der Hoch- und Niedrigwasser auf ihren 
Revieren. Der Fernsprechansagedienst der Bundespost in Hamburg verbreitete 
unter der Kurzrufnummer 1 16 09 Sturmflutwarnungen für das Gebiet des Ham 
burger Hafens. Der Geophysikalische Beratungsdienst der Bundeswehr sowie die
	        
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