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31./32. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1976/77
mittleren Tidenkurven digitalisiert und erstmalig automatisch als Druckvorlage
gezeichnet.
Die Vorausberechnungen für die 13 deutschen Bezugsorte beruhen auf Analysen
des jüngsten 19jährigen Beobachtungszeitraumes 1958 bis 1976.
Die Vorbereitungen für das automatische Schreiben von Druckvorlagen des
Teils II von Band I und II wurden abgeschlossen. Die Druckvorlagen für die
Namenverzeichnisse von Band I und II wurden erstmalig für die Gezeitentafeln
1977 automatisch über die lochstreifengesteuerte Schreibmaschine geschrieben.
Für die Seevermessung wurden 26 Wasserstandserrechnungskarten der deut
schen Vermessungsgebiete zum Beschicken der Lotungen entworfen.
Zahlreiche Auskünfte und Gutachten über Gezeiten und Wasserstände waren an
Schiffahrtskreise, Seeämter, Gerichte und Privatpersonen zu erteilen.
2.4.1.2 Besondere Arbeiten
Zur Interpolation und Approximation mit Spline-Funktionen 5. Ordnung wurden
Verfahren entwickelt und so programmiert, daß lange Datenreihen schnell
verarbeitet werden können. Alle diese Programme stehen jedem Benutzer der
Rechenanlage in einer besonderen Programmbibliothek zur Verfügung.
Im Rahmen der Arbeit der „Modellgruppe Nordsee" (vgl. Abschn. 2.3.1.3 u.
2.4.5.2) wurde untersucht, welche Ergebnisse das numerische Nordseemodell
liefert, wenn als Randwerte (Straße von Dover und nördlicher Rand) 10 Partial
tiden eingegeben werden.
Nachdem 1975 die erste deutsche Gezeitenrechenmaschine dem Deutschen
Schiffahrtsmuseum Bremerhaven übergeben wurde, konnte auch für die zweite
— mit 62 Tidengetrieben die größte der Welt — ein würdiger Aufstellungsort
gefunden werden: Die Maschine wurde Ende 1976 an das Deutsche Museum in
München abgegeben, und ist dort seit Frühjahr 1977 in betriebsbereitem Zustand
aufgestellt.
2.4.2 Fachgebiet G2: Gezeitenströme
2.4.2.1 Laufende Arbeiten
Für die Neuauflage des Handbuchs der Nordsee, westlicher Teil, wurden die
Angaben über Gezeiten und Gezeitenströme überarbeitet und zahlreiche neue
Daten eingefügt. Die Darstellung wurde durch die Verwendung von Tabellen
gestrafft. Im Bereich des Handbuchs der Nordsee, südlicher Teil, bewirkte die
Ausführung des niederländischen Delta-Planes Änderungen der Gezeitenströme.
Niederländische Untersuchungsergebnisse wurden bei der Neuauflage des
Handbuchs berücksichtigt und erlaubten eine bessere und übersichtlichere Dar
stellung. Für die Beschreibung der Route Ouessant—Elbmündung wurde erst
malig ein Gezeitenstromdiagramm verwendet.
Auch für die Neuauflage des Mittelmeerhandbuchs, III. Teil, Nordküste Afrikas,
konnten zahlreiche neue Forschungsergebnisse, besonders aus der Straße von
Gibraltar, benutzt werden. Auch hier wurden der besseren Übersicht wegen
Tabellen eingearbeitet. Für den V. Teil, Levante, desselben Handbuchs wurde