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Full text: Jahresbericht 1976-1977

Meereskunde 
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nennenswerten Sedimentbedeckung kaum zu rechnen ist. Nur in einigen Senken 
wurden Ablagerungen gefunden, deren Mächtigkeiten selten 300 Millisekunden 
Laufzeit (einfacher Weg) übersteigen, meist aber geringer sind. 
2.3.8.4 Überwachung der Verschmutzung des Meeresbodens 
Gemeinsam mit der Versuchswerkstatt wurde ein Probeentnahmegerät („Kleiner 
Kastengreifer") entwickelt, mit dem kontamihationsfreie Sedimentproben mit 
weitgehend ungestörter Oberfläche gewonnen werden können. Die Behandlung 
der Proben auf See, sowie deren Aufbereitung wurde weiter verbessert. 
Die instrumenteile Analytik wurde durch Inbetriebnahme eines neuen Atomab 
sorptionsspektrometers mit Untergrundkompensator und Graphitrohrküvette so 
wie eines Polarographen erweitert. Die Analyseverfahren konnten durch metho 
dische Begleituntersuchungen verbessert und bei einem zwischen mehr als 20 
deutschen Stellen durchgeführten Vergleichstest überprüft werden. 
Zur Teilchengrößenbestimmung der suspendierten Sedimente wurde 1977 wäh 
rend mehrerer Fahrten der Coulter Counter an Bord eingesetzt. Es war damit 
möglich, die Teilchengrößenverteilung in unvorbehandelten Proben sofort nach 
der Probenahme zu bestimmen. Die im Überwachungsnetz der Deutschen Bucht 
und der westlichen Ostsee gewonnenen Sedimentproben wurden auf ihre Schwer 
metallgehalte (Hg, Cd, Pb, Zn, Cu, Co, Ni, Cr, Fe, Mn), auf Korngrößen- und Mine 
ralzusammensetzung' sowie auf ihre organischen Kohlenstoff- und Stickstoff 
gehalte untersucht. 
Dabei wurde festgestellt, daß in den Sedimenten der inneren Deutschen Bucht — 
verglichen mit unbeeinflußten Sedimenten — überhöhte Gehalte an Blei, Queck 
silber, Cadmium und Zink vorliegen. Seewärts nehmen die Gehalte der o. a. 
Schwermetalle mit unterschiedlichen Konzentrationsgradienten ab. 
Für den Bereich der westlichen Ostsee wurden ebenfalls überhöhte Konzentra 
tionen an Blei, Quecksilber, Cadmium und Zink — und auch an Kupfer — in den 
Oberflächensedimenten festgestellt. Erwartungsgemäß wurden die höchsten Ge 
halte vor den Förden gefunden. 
Die Überwachung des Meeresbodens im Einbringungsgebiet für ausgefaulte 
Klärschlämme der Hansestadt Hamburg ca. 3 sm nördlich Feuerschiff „Elbe 1" 
wurde fortgesetzt. 
Obwohl überhöhte Gehalte an Quecksilber, Blei, Cadmium und Zink festgestellt 
wurden, die in westlicher Richtung relativ schnell, in nördlicher Richtung etwas 
langsamer abnehmen, konnte nicht eindeutig ermittelt werden, ob die Anreiche 
rung auf die Einbringung des Klärschlamms oder auf den Einfluß der Elbe zurück 
zuführen ist. 
Die routinemäßige Überwachung des Meeresbodens für Abwässer aus der Titan- 
dioxid-Produktion hat ergeben, daß im Einbringungsgebiet lokal ein leichter 
Anstieg der Eisenkonzentration in den Sedimenten zu beobachten ist. Noch nicht 
endgültig geklärt werden konnte die Frage, ob es sich hier möglicherweise — 
abhängig von den jeweiligen Wetterbedingungen — nur um zeitlich begrenzte 
lokale Erscheinungen handelt. Auf die Verklappung zurückzuführende Anreiche 
rungen anderer Elemente (Hg, Cd, Pb, Zn, Co, Ni, Cr, Mn) sind bisher nicht fest 
gestellt worden.
	        
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