Meereskunde
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Die Mittelwerte über alle Stationen sind für die beiden Seegebiete Deutsche
Bucht (DB, 16 Stationen) und westliche Ostsee (O, 18 Stationen):
j’-HCH a-HCH Dieldrin DDT PCB
DB
O
DB
O
DB
O
DB
O
DB
O
¡xm-Schicht B
212
34
14
175
mm-Schicht 2 )
16
12
14
10
0,70
0,66
3,3
0,75
36
43
m-Schidit 2 )
5,6
5,0
6,5
6,8
0,18
0,13
0,64
0,27
2,1
1,1
5 m—10 m 2 )
4,8
4,7
5,5
6,5
0,13
—
0,42
0,06
1,7
1,9
10 m 2 )
3,9
3,3
4,2
4,8
0,13
0,06
0,46
0,06
1,8
1,3
*) in IO- 9 g/m 2 2 ) in IO -9 g/1
Hinsichtlich Analysengenauigkeit und Nachweisgrenzen der Methode vgl. 29./30.
Jahresbericht S. 42.
Die Bestimmung von Erdölkohlenwasserstoffen in Seewasser wurde
mit Hilfe eines BMFT-Projekts in Angriff genommen. Dabei sollen ein einfaches
Verfahren zur Extraktion von Seewasser mit einem geeigneten, an Bord von
Schiffen verwendbaren Lösemittel und zur quantitativen Abtrennung der Kohlen
wasserstoffe von Ballaststoffen entwickelt und Analysenmethoden bereitgestellt
werden, die erlauben, in einfacher Weise Menge und Ursprung der Kohlen
wasserstoffe zu bestimmen. Dazu müssen Probennehmer gefunden werden, die
eine kontaminationsfreie Probennahme auch im Routinebetrieb gewährleisten.
Zum Einsatz für jeweils bestimmte Fälle wurden bisher drei Analysenverfahren
bereitgestellt: die Infrarotspektrometrie (IR), die Ultraviolett-Fluoreszenzspek-
trometrie (UVF) und die Gaschromatographie (GC). Die IR-Methode dient zur
Charakterisierung von Ölfilmen auf der Seeoberfläche (z. B. raffiniertes öl,
Rohöl, evtl, auch Ursprung des Öls), die UVF-Methode erfaßt rasch die gefähr
lichen Anteile (die Polycyclischen Aromaten); die aufwendige GC schließlich
bietet eine umfassendere Auskunft über die Zusammensetzung des Öls.
2.3.7 Fachgebiet M 6: Radioaktivität des Meeres
2.3.7.1 Radiologisches Nordseeprogramm (RANOSP 1974 bis 1976)
Für das Radiologische Nordseeprogramm wurden 1976 mehrere Untersuchungs
fahrten in die Nordsee unternommen. Drei Schiffe wurden dazu eingesetzt,
darunter ein gechartertes Küstenmotorschiff. Mit der „Meteor"-Fahrt Nr. 42
wurden im August 1976 die wesentlichen Arbeiten dieses Programms abge
schlossen. Auf dieser Fahrt führten wir insbesondere Messungen der Aktivitäts
verteilung in der mittleren und nördlichen Nordsee, im Bereich des Atlantischen
Ozeans westlich der Hebriden und zwischen Färöer und Shetlandinseln sowie in
der Norwegischen See bis 65° N durch. Von FFS „Anton Dohrn" wurden zusätz
lich Wasserproben zwischen 67° N und der Barentssee für unsere Untersuchun
gen entnommen.
Die Messung der Verteilung der im wesentlichen aus der Kernbrennstoff-Wieder
aufbereitungsanlage von Windscale stammenden radioaktiven Isotope Cs 137 und
Pu 239 sollte den Einblick in die Wassermassentransportvorgänge im Bereich der
nördlichen Nordsee und der daran angrenzenden Seegebiete erweitern. Eine erste
Auswertung der Messungen hat zu dem interessanten Ergebnis geführt, daß das