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Full text: Jahresbericht 1976-1977

Meereskunde 
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Interkalibrations-Experimente zum Vergleich der analytischen Verfahren wurden 
im Verlauf des „Baltic Intercalibration Workshop" im Rahmen der Helsinki- 
Konvention durchgeführt, wobei unsere Probenahme- und Analysemethoden auf 
dem VFS „Gauß" und im Laboratorium Sülldorf vorgeführt und verglichen 
werden konnten. 
Die auf dem Gebiet der Meeresüberwachung auf Schadstoffe besonders enge 
regionale Zusammenarbeit erforderte die Mitarbeit in Arbeitsgruppen des ICES*) 
und der IOC**). Vom 19. bis 21. April 1977 fand im Laboratorium Sülldorf des 
DHI die zweite Sitzung der ICES Subgroup on Contaminant Levels in Seawater 
statt. Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Untersuchung und späteren 
Überwachung des Meerwassers in Nordsee und Nordatlantik auf schädliche 
Schwermetalle. Im Rahmen der Helsinki-Konvention wurde während eines Ex 
pertentreffens im Oktober 1977 in Stettin ein Stufenplan für die zukünftige Über 
wachung der Meeresverschmutzung in der gesamten Ostsee aufgestellt. 
Im Rahmen eines BMFT-Projektes zur Überwachung von Spurenelementen im 
Meerwasser wird die Neutronenaktivierungs analyse eingesetzt. 
Der Analysengang erstreckt sich dabei auf Probenahme, Probenvorbehandlung, 
Bestrahlung, Matrix-Abtrennungen, Gruppentrennungen, Gamma-Spektroskopie 
und Auswertungen. Die einzelnen Schritte wurden anhand zahlreicher Experi 
mente und Berechnungen auf ihre Eignung für dieses Verfahren untersucht. 
Für das Untersuchungsprogramm „Chemische Meeresverschmutzung" des Erd 
wissenschaftlichen Flugzeug-Meßprogramms des BMFT wurde das Dumping von 
Ti02-Abfallösungen nordwestlich von Helgoland als Testobjekt benutzt (vgl. 
Abschn. 2.4.9.4). Messungen direkt in See wurden mit Hilfe diskreter und konti 
nuierlicher Probenahmetechniken ausgeführt, um einen Vergleich mit den Flug 
zeugbildern zu ermöglichen. Untersuchungen über die Verwendbarkeit der Bild 
daten und digitalen Rechenverfahren im Hinblick auf eine evtl, spätere Über 
wachung von Teilaspekten der Meeresverschmutzung sind im Gange. 
Satellitenbilder (LANDSAT) vom August 1975 zeigen in der westlichen Ostsee 
Massenansammlungen mariner Blaualgen. Diese verbrauchen beim Wachstum 
gelöstes Phosphat und können somit als Indikator für eine mögliche Eutro 
phierung dienen; während des Treibens an der Meeresoberfläche binden sie Luft 
stickstoff zu löslichem Nitrat und leisten damit einen nennenswerten Beitrag zum 
Stickstoffhaushalt der Ostsee. In Zusammenarbeit mit der DFVLR***) wurde der 
Versuch begonnen, durch digitale Verarbeitung der Satellitenbilder eine Quanti 
fizierung des Massenauftretens von Blaualgen zu erzielen (Abb. 8). 
2.3.6.5 Überwachung des Meerwassers auf organische Schadstoffe 
Die schon 1973 begonnene Entwicklung von Probennehmern konnte in den Be 
richtsjahren zu einem vorläufigen Abschluß gebracht werden. 
Die in den Vorjahren entwickelte Analysentechnik hat sich bewährt. Zusätzlich 
wurde 1977 begonnen, den letzten Analysenschritt, die Gaschromatographie, zu 
*) International Council for the Exploration of the Sea 
**) Intergovernmental Oceanographic Commission 
***) Deutsche Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt
	        
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