accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 1976-1977

38 
31./32. Jahresbericht des Deutschen. Hydrographischen Instituts 1976/77 
2.3.5.4 Sonstige Arbeiten 
Die Auswertung der zahlreichen Seegangsmessungen wurde fortgesetzt. Ein be 
merkenswertes Ergebnis für die Fernmeßtechnik mittels Mikrowellenradar von 
Satelliten aus ist bei der Auswertung der JONSWAP-'75-Messungen heraus 
gekommen. In Zusammenarbeit mit dem SFB 94 konnte erstmals in einem Feld 
experiment nachgewiesen werden, daß sich die Seegangswellen, die im Wellen 
längenbereich 1 m bis 500 m liegen, durch die sehr viel kürzeren Mikrowellen 
(cm/dm-Bereich) messen lassen. Die Ergebnisse der gleichzeitigen Messung des 
lang- und kurzweiligen Seegangs und der Rückstreuung von Mikrowellen an der 
selben Stelle der Wasseroberfläche zeigen, daß die kurzen Rippelwellen, die den 
längeren Seegangswellen überlagert sind, durch den Seegang charakteristisch 
moduliert werden. Der Kopplungsmechanismus wurde quantitativ erfaßt. 
Für solche Messungen wurde auf Vorschlag des SFB 94 von der Firma Dornier 
ein Zweifrequenz-Mikrowellenradar gebaut, mit dem das Richtungsspektrum des 
Seegangs gemessen werden kann. Das Gerät wird von der DFVLR *) für Messun 
gen vom Flugzeug aus eingesetzt und ist als deutscher Beitrag für die erste 
Mission des Späce-Lab vorgesehen. „Sea truth"-Messungen, d. h. Vergleichs 
messungen mit Waverider-Bojen, die von Bord des VFS „Gauß" eingesetzt 
wurden, verliefen positiv. 
Weitere Seegangsmessungen wurden für zwei Erprobungsstellen der Bundeswehr 
durchgeführt. 
Unter Mithilfe der GKSS **) konnte bei der Forschungsplattform Nordsee erst 
mals ein Winterhalbjahr (1976/77) fast lückenlos mit Seegangsmessungen erfaßt 
werden. Die Messungen werden in diesem Winterhalbjahr fortgeführt. 
2.3.6 Fachgebiet M5: Chemie des Meeres 
2.3.6.1 Chemische Ozeanographie 
Da die Untersuchungen über die Meeresverschmutzung etwa 90 °/o der Arbeits 
kapazität in Anspruch nahmen, konnte das Fachgebiet nur an wenigen ozeano- 
graphischen Forschungsaufgaben mitwirken. Die Ergebnisse der meereschemi 
schen Arbeiten während der internationalen Expedition CINECA '7 3 wurden 
ausgewertet und für die Veröffentlichung in der Reihe „Meereskundliche Beob 
achtungen und Ergebnisse" des DHI vorbereitet. 
Im Frühjahr 1976 fand das internationale Fladengrund-Experiment 
(FLEX '76) statt mit dem Ziel, eine Frühjahrs-Planktonblüte möglichst vollständig 
zu erfassen. Gemessen wurden die meteorologischen Bedingungen, die physika 
lischen Verhältnisse (z. B. Dichte-Schichtung, Licht usw.), chemische Veränderun 
gen im Wasser, Primärproduktion sowie die Entwicklung des Phyto- und Zoo 
planktons und der marinen Bakterien. Mitarbeiter des Fachgebiets bestimmten an 
Bord des FFS „Anton Dohrn" Temperatur, Salzgehalt, pH-Wert, Alkalinität so 
wie die Konzentrationen an Phosphat, Nitrat und Silikat im Meerwasser. 
*) Deutsche Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt 
**) Gesellschaft für Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schiffahrt mbH.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.