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31./32. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1976/77
2.3.4 Fachgebiet M4: Meßmethoden und Instrumente
Für den Einsatz im Delphin II, einem im DHI entwickelten Schleppmeßsystem mit
fernprogrammierbarer Tiefensteuerung, wurde eine CTD-Sonde für den Schlepp
betrieb modifiziert und mit dem Steuer- und Datenerfassungssystem sowie mit
dem Datenübertragungssystem des Delphin II integriert. Zusätzlich integriert
wurde ein Analogrechner, der „on line" die Berechnung des Salzgehaltes aus den
gemessenen Werten der CTD-Sonde ermöglicht. Die Fehlerrate liegt bei
± 0,05 °/o Salzgehalt. Nach mehrfachen in-situ-Tests konnte die integrierte
Schleppsonde im Herbst 1977 auf einer Forschungsfahrt erfolgreich eingesetzt
werden.
Um die Ausfallrate von Aanderaa-Strommessern senken und die Qualität der
Strommesserdaten weiter verbessern zu können, wurde die Entwicklung einer
weitgehend automatisierten Test- und Kalibriereinrichtung notwendig. Die Test
abläufe der automatischen Anlage werden von einem als Prozeßrechner einge
setzten Tischrechner gesteuert, der auch die Erfassung und Darstellung der
Testdaten ermöglicht. Dadurch sind Prüfung und Kalibrierung der wichtigsten
Sensoren, nämlich des Magnetkompasses und des Savonius-Rotors, sichergestellt.
Weitgehend fertiggestellt ist der Teil für die Prüfung der Temperatursensoren; in
Vorbereitung befindet sich die letzte Ausbaustufe, die die Sensoren für elektri
sche Leitfähigkeit und Druck (Tiefe) umfassen wird. Obwohl die Anlage primär
für die Prüfung von Aanderaa-Geräten konzipiert wurde, ist sie mit gewissen Ein
schränkungen auch für andere Datenerfassungssysteme, die ähnliche Sensoren
verwenden, einsetzbar.
Nach mehrjährigen Vorbereitungsarbeiten konnten 1977 zwei weitere automa
tische Dauermeßstationen aufgebaut und in Betrieb genommen werden, und zwar
auf der Forschungsplattform Nordsee (FPN) und dem Feuer
schiff „Fehmarnbelt". Die Station auf der FPN ist zunächst nur mit
Temperatursensoren bestückt, die am SW-Bein in Tiefenstufen von jeweils 5 m
von der Oberfläche bis in Bodennähe an der Plattform installiert wurden. Ferner
wurde ein Leitfähigkeitsmeßkopf montiert, um dessen mechanische Belastbarkeit
im Dauertest zu prüfen.
Die automatische Station auf dem Feuerschiff „Fehmarnbelt" ist mit einer frei
hängenden Meßkette ausgestattet, in der sich zunächst ebenfalls nur Temperatur
sensoren in derselben Tiefenanordnung wie auf der FPN befinden. Die Meßdaten
werden stündlich in „real time“ über fest durchgeschaltete Funk- und Leitungs
wege nach Hamburg zum Dienstgebäude Bernhard-Nocht-Straße übertragen.
Im Berichtszeitraum hat die Station auf dem Leuchtturm Kiel ohne wesentliche
Störungen in „real time" stündlich Meßdaten der Luft- und Wassertemperatur,
der elektrischen Leitfähigkeit und des Pegelstandes ins DHI geliefert. Dabei hat
sich erwartungsgemäß die Verwendung einer Trägerfrequenzstandleitung sehr
positiv auf die Qualität der übertragenen Daten ausgewirkt.
In Vorbereitung befindet sich die Ausstattung der FPN und des Feuerschiffs
„Fehmarnbelt" mit Leitfähigkeit- und Strömungssensoren.