Seevermessung und Seekartenwerk
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Tischplotter und dem bereits früher vorhandenen Präzisionszeichentisch. Beim
Digitalisieren werden graphische Elemente von Vorlagen (z. B. Küstenkonturen,
Tiefenzahlen) durch manuelles Abfahren mit einem. Fadenkreuzsensor in dichte
Punktfolgen aufgelöst. Die Koordinaten der Punkte werden zusammen mit einer
Kennzahl gespeichert. Der Operator führt dabei mit dem System einen Dialog
(interaktive Arbeitsweise). Wesentlicher Teil des Dialogs sind Rückfragen des
Systems und Bestätigungen zur Sicherung und Kontrolle der auszuführenden
Maßnahmen. Zur Kontrolle gehört auch die sofortige graphische Darstellung der
digitalisierten Objekte auf einem Bildschirm, wobei Berichtigungen vorge
nommen werden können. Das Arbeiten an der Editierstation geschieht ebenfalls
im Dialog. Beide Stationen können gleichzeitig und unabhängig voneinander
betrieben werden. Auf den beiden Zeichentischen lassen sich die in der Daten
bank enthaltenen Informationen graphisch wiedergeben; dabei können der Blatt
schnitt und der Maßstab (sowie später auch vorgegebene Projektionen) frei
gewählt werden. Während der Tischplotter eine schnelle, vereinfachte Dar
stellung zu Kontrollzwecken ermöglicht, liefert der Präzisionszeichentisch die
Reinzeichnung von Teilen der Seekarte.
Nachdem das interaktive Digitalisiersystem CD 400 von der Lieferfirma über
geben worden war, begann in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet G 5 (Rechen
anlage) die Umstellung der Zeichenprogramme von der Ausgabe auf Lochstreifen
auf die Ausgabe auf Magnetband.
Mit dem Aristogrid CD 400 wurden bisher folgende Aufgaben bearbeitet:
— versuchsweises Digitalisieren und anschließendes automatisches Zeichnen
von Höhen- und Tiefenlinien zweier Karten
— Digitalisieren und anschließendes automatisches Lichtzeichnen von Tiefen
linien (Karten D 55, D261, D 3) und zusätzlich Küstenlinien mit weiteren
Karteninhalten (D 133, D51, D 52) sowie Verkleinerung auf Folgemaßstäbe
(von D 55 auf D 54 und D 61)
— Übernahme der Positionen, Symbole und Bezeichnungen von ca. 3000 Tonnen
des IALA-Systems*) in die Datenbank
— Erstellung von 17 Karten (Maßstäbe 1 : 12 500 bis 1 : 300 000) mit Positionen,
Symbolen und Bezeichnungen von IALA-Tonnen 1978.
2.2.3 Nautische Kartographie
Der Eingang an Karten, Arbeitskarten der Seevermessung und Berichten aus der
Schiffahrt hat sich in den beiden Berichtsjahren erheblich erhöht. So erhielt das
Seekartenwerk als Grundlagenmaterial 1976 ca. 2650 fremdländische Karten und
61 Arbeitskarten der deutschen Seevermessung, 1977 ca. 2490 fremdländische
Karten und 58 Arbeitskarten der deutschen Seevermessung. Hinzu kamen 28
Plotting sheets mit Lotungen von den Forschungsfahrten des FS „Meteor", Be
richte aus der Schiffahrt und von Schiffahrtsbehörden des Bundes und der Länder.
Die Arbeiten am internationalen Seekartenwerk wurden fortgesetzt. Von den
geplanten 60 INT-Karten der Kartenserie im Maßstab 1 : 3 500 000 sind ein-
: ) International Association of Lighthouse Authorities