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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

Meyer, H.: Die Genauigkeit von Mondhöhen zur Bestimmung der Mittleren Grechwicher Zeit. 463 
mittlerer Fehler, ist also nur wenig sicher verbürgt. Dies war ja bei der 
Ungenauigkeit der Monddistanzen von Anfang an zu erwarten, 
Bei der Auswertung der Mondhöhen wurden die beobachteten Stände 
mit dem erfahrungsgemäß für das Chronometer geltenden Gang von 0.4® auf 
Mai 23 beschickt; dann gibt die Schlußrechnung: . 
W.: Stand = -— 3" 31° Mittlerer Fehler einer Beob. = + 187%, 
Mi 0% = — IM 10 « « « « wa 1 149%. 
Stellt man die erhaltenen Werte noch einmal zusammen, so ergibt sich: 
1907/08. Fehler der M, G, Z. nach Mondhöhen = 137% 
* . € € Monddistanzen == 22s, 
a . aan 4 149% (M.). 
1909. Mittlerer Fehler der M. 6: Z. nach Mondhöhen = | Zen 
< «€ 4 « « « Monddistanzen= + 25s, 
Die berechneten mittleren Fehler der zweiten Beobachtungsreihe gestatten 
den Begriff der Genauigkeit einzuführen. Es folgt aus den Werten, daß für den 
Verfasser die Genauigkeit einer Monddistanz sechsmal so groß ist wie 
die der Mondhöhen, Die von Herrn Krauß angegebenen Beispiele scheinen 
genauere Resultate zu HKefern, Dies ist aber, wie sich leicht zeigen läßt, nur 
Zufall. Da die Azimute in allen Fällen nur wenig verschieden sind, findet man 
aus dem Unterschiede der berechneten Mondsternzeiten den mittleren Fehler des 
Mittels zu -+ 6%, Nimmt man nun an, daß Mondhöhen die gleiche Genauigkeit 
wie die Sternhöhen haben, dann ergibt sich immerhin ein mittlerer Fehler im 
Chronometerstande von mehr als vier Minuten, 
Wie die Beobachtungsreihen zeigen, erhält man die besten Resultate, wenn 
man die Sonne als Vergleichstern nimmt. Dieses läßt sich jedoch nur in niedrigen 
Breiten machen, wo beide Gestirne mehrere Stunden am Tage in demselben 
Vertikal stehen. Man darf dann ruhig, wenn die Breite bekannt ist, einen Azimut- 
und Höhenunterschied zulassen. In zweiter Linie sind Beobachtungen in der 
Dämmerung heranzuziehen, Man nimmt den Mond, so lange die Kimm noch 
hell erleuchtet ist, und die Sterne, wenn sie dem bloßen Auge noch gerade wahr- 
nehmbar sind, Beobachtungen in der Nacht sind am besten ganz auszuschließen, 
Aber selbst wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, muß man mit einem Fehler 
von + 2 bis 3m im Chronometerstande rechnen, Dies sind aber Werte, die ein 
ungeübter Beobachter durch eine Monddistanz jederzeit erzielen kann!) Wenn 
man weiter bedenkt, daß Gelegenheit zur Distanzmessung eigentlich mit Aus- 
nahme der wenigen Tage beim Neumonde immer vorhanden ist, die Möglichkeit 
jedoch, in höheren Breiten eine brauchbare Höhenbeobachtung zu bekommen, 
viel seltener eintritt, dann muß man zu dem Schlusse kommen, daß an einen 
Ersatz der Monddistanzen durch Mondhöhen im Ernst nicht gedacht werden kann, 
Nun können auf einem Segelschiffe, wie das Beispiel der »Herzogin 
Cecilie« zeigt, Fälle eintreten, wo die Kontrolle des Chronometers unbedingt not- 
wendig wird. Dann bleibt den Schiffsführern kein anderes Mittel als die Mond- 
distanzen übrig, Will man unbedingt die Angaben des »Nautischen Jahrbuches« 
einschränken, so dürften zuerst die Verfinsterungen des Jupiterstrabanten und 
die Sternbedeckungen gestrichen werden, Bei den ersteren sind die voraus- 
berechneten Daten zu ungenau,*) während die Beobachtungen der Fixsterne durch 
den Mond zu selten eintreten, Man darf annehmen, daß mit den optischen Hilfs- 
mitteln an Bord im Jahre an einem Orte der Erde kaum mehr als sechs Be- 
deckungen zu beobachten sind. 
;) Verfasser hat eine Beobachtungsreibhe von 32 M. D. ausgeglichen, die ein in Distanz- 
messungen ungeübter Beobachter mit dem terrestrischen Fernrohre genommen hatte. Der mittlere 
Fehler einer Beob. war 4: 1188. Bei mehreren Beobachtungen war nur eine Kinstellung genommen 
worden; schließt man diese aus, dann verringert sich der m. F, um die Hälfte, } 
2) Man vergleiche die interessante Zusammenstellung von Dr. Möller in den »Annalen der 
Hydrographiee«e, 1907, S. 557 u ff.
	        
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