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Full text: Jahresbericht 1976-1977

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31./32. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1976/77 
Seegang, chemische Verschmutzung, Schwebstoffgehalt im Wasser usw., durch 
Fernerkundung erfaßt werden können. Die dazu notwendigen Vergleichsmes 
sungen wurden an Bord des VFS „Gauß" ausgeführt. 
Zunehmendes Interesse fanden die Karten der Oberflächentemperatur der Nord 
see, die mit Unterstützung der Deutschen Wissenschaftlichen Kommission für 
Meeresforschung wöchentlich herausgegeben werden. Zusätzlich zu der seit 
Jahren am Leuchtturm Kiel bestehenden automatischen Dauermeßstation 
konnten ähnliche Stationen auf dem Feuerschiff „Fehmarnbelt" und der For 
schungsplattform Nordsee in Betrieb genommen werden; sie übertragen laufend 
hydrographische Daten direkt in das DHI. 
Im Meßfeld vor Sylt wurden die Untersuchungen des Seegangs fortgesetzt. Auf 
grund der umfangreichen Seegangsmessungen während der JONSWAP*)-Ex- 
perimente wurde zusammen mit Wissenschaftlern anderer Institutionen ein 
numerisches Seegangsvorhersageverfahren entwickelt, das zur Zeit getestet 
wird. 
Im Zusammenhang mit den Forschungsarbeiten und Gewinnungsvorhaben auf 
dem deutschen Festlandsockel erteilte das DHI mehrere Erlaubnisse bzw. 
verlängerte bestehende Erlaubnisse. 
Die für die Sicherheit der Seeschiffahrt notwendigen wissenschaftlichen 
Dienste des DHI (Gezeiten-, Windstau- und Sturmflutwarndienst, Eisnach 
richtendienst, Zeitdienst, erdmagnetischer Dienst sowie die Prüfung nautischer 
Geräte) wurden in gewohnter Weise betrieben. Wie bisher wurden Gezeiten 
tafeln und Gezeitenkalender, das Nautische Jahrbuch, das Erdmagnetische Jahr 
buch sowie Eisberichte und Eisübersichtskarten herausgegeben. Die Nautische 
Zeitschrift „Der Seewart" und die „Deutsche Hydrographische Zeitschrift" er 
schienen mit je sechs Heften jährlich. 
Um einen vertieften Einblick in die Bewegungsvorgänge beim Ablauf von Sturm 
fluten zu gewinnen und deren Vorhersage zu verbessern, begann das DHI 1976, 
hydrodynamisch-numerische Methoden auf die Bedürfnisse des Sturmflutwarn 
dienstes auszurichten. Der Zeit- und Breitendienst begann 1976 mit ersten Vor 
bereitungen, das Photographische Zenitfernrohr an den östlichen Stadtrand 
Hamburgs zu verlegen, da die zunehmende Nachthelligkeit am jetzigen Standort 
die Beobachtungen stark behindert. 
Rund 30 000 Baumuster- bzw. Einzelzulassungen, Aufstellungsgenehmigungen 
und Bordprüfungen für nautische Geräte und Instrumente wurden vorgenommen. 
Die Erst- und Wiederholungsprüfung von Positionslaternen für die in § 8 a 
der Seeschiffahrtstraßen-Ordnung angeführten Fahrzeuge ist ersetzt worden 
durch eine Qualitätssicherung seitens der Hersteller und einen Instandsetzungs 
dienst durch anerkannte Reparaturbetriebe. Dafür hat das DHI Richtlinien ge 
schaffen und am 1. Juli 1976 bekanntgegeben. Andererseits hatte das DHI mit 
dem Inkrafttreten der Seestraßenordnung 1972 am 15. Juli 1977, der 2. Änderungs 
verordnung zur Schiffssicherheitsverordnung und der Neufassung der Seeschiff- 
fahrtstraßen-Ordnung weitere Aufgaben zu übernehmen, wie die Baumuster 
prüfung, Zulassung und Anbringungsgenehmigung von Schallsignal- und Manö 
*) Joint North Sea Wave Project
	        
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