Nautische Technik
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Die winterliche Abkühlung der Unterläufe von Elbe und Weser wurde bisher mit
Hilfe der mittleren täglichen Lufttemperatur und der einmal am Tage beobach
teten Wassertemperatur bestimmt. Seit November 1972 liegen von der Elbe bei
Hamburg-Landungsbrücken Temperaturregistrierungen vor. Sie zeigen in den Pe
rioden länger andauernder Erwärmung und Abkühlung häufig Schwankungen der
Wassertemperatur um bis zu 1 °C und etwas mehr, die offenbar mit dem Gezeiten
strom gekoppelt sind. In der Regel tritt in der Abkühlungsphase mit dem Niedrig
wasser ein Temperaturminimum, mit dem Hochwasser ein Maximum ein. In der
Erwärmungsphase besteht ein umgekehrter Zusammenhang. Durch Berücksichti
gung dieses Effektes scheint eine Verbesserung der Eisvorhersagemethode
möglich.
c) Sonstige Arbeiten
Am 1. Januar 1975 trat ein neuer Eiscode der WMÖ (World Meteorological Or
ganization) zur Verschlüsselung von Eisbeobachtungen in Kraft. Die deutsche
Übersetzung wurde im Fachgebiet angefertigt.
Für die Neuauflage des Nordsee-Handbuchs, östlicher Teil wurden die Beiträge
über Eis in Teil A und Teil C überarbeitet, in Teil B (Naturverhältnisse) aufgrund
der letzten statistischen Untersuchungsergebnisse über die Häufigkeit verschie
dener Parameter des Eisvorkommens neu beschrieben (erstmalig Karten-, Dia
gramme- und Tabellendarstellung). Auch für die Neuauflage des Ostsee-Hand
buchs, III. Teil wurden die Beiträge überarbeitet und mit erstmals zwei Karten
darstellungen eingefügt.
Die Eisgrenzen wurden für die Seekarten Nr. 383, 444 (INT 110), 959 (INT 113),
960 (INT 112) angegeben. 22 Gutachten waren anzufertigen.
Die seit November 1972 beim Fachgebiet liegende Koordinierung von ozeano-
graphischen Fragen der Fernerkundung erforderte mehr Aufwand als bisher.
Neben der Mitarbeit in nationalen und internationalen Arbeitsgruppen lag der
Schwerpunkt bei der Planung eines meereskundlichen Flugzeugmeßprogramms
für den Zeitraum 1975—1977. Dafür sind seitens der zuständigen Fachgebiete des
DHI Beobachtungen bzw. Messungen der Oberflächentemperatur, des Seegangs,
der Schmutzstoffe, anorganischer Schwebestoffe und gegebenenfalls des Meer
eises vorgesehen.
V. NAUTISCHE TECHNIK
1. Allgemeine Fachangelegenheiten
a) Erarbeitung von Bestimmungen
Die Leistungsnormen für Navigationsecholotanlagen wurden in ihrer endgültigen
Form als Baumusterprüfungs- und Zulassungsbedingungen für Navigationsecho
lotanlagen vom 9. Oktober 1975 gefaßt; sie wurden im Bundesanzeiger Nr. 199,
Jahrgang 27, vom 24. Oktober 1975 veröffentlicht.