Geophysik und Astronomie
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c) Zeitmesserprüfgeräte
Für die Prüfung von Schiffs-Chronometern wurden neue Meßgeräte entwickelt,
die gegenüber den alten eine höhere Betriebssicherheit haben und einfacher in
der Handhabung sind. Dabei mußte besonders auf die verschiedenen Typen von
Chronometern und deren unterschiedliche Schlagzahlen eingegangen werden.
Neue Forderungen ergaben sich hier durch die in den letzten Jahren immer häu
figer zur Prüfung angelieferten elektronischen Quarzchronometer.
Die Registrierung der bei der Chronometerprüfung anfallenden Meßwerte erfolgt
seit 1974 durch einen Digitaldrucker, der im Zeitdienst an zentraler Stelle auch
für andere Registrieraufgaben mit verwendet wird. Zwei ältere Zeitdrucker, die
bisher ausschließlich für die Chronometerprüfung eingesetzt waren und in den
letzten Jahren zu Störungen neigten, konnten damit ersatzlos ausgemustert
werden.
d) Notstromanlage
Die beim Zeitdienst erforderliche Notstromversorgung wurde neu konzipiert und
dem gegenwärtigen Stand der Technik angepaßt. Der Leistungsbedarf moderner
Zeitdienstgeräte ist als Folge der Halbleiteranwendung weit geringer als bei den
früher verwendeten Röhrengeräten.
Die neue Notstromanlage besteht aus drei 24- bzw. 30-V-Batterien. Sie versorgen
zwei voneinander unabhängige Geräteketten, bestehend aus Atomuhr, Teiler-,
Signalformer- und Ausgangsgeräten. Speziell entwickelte Regelgeräte sichern,
getrennt für jede Gerätekette, eine konstante Betriebsspannung sowie einen stoß
freien Übergang von Netz- auf Batteriebetrieb und zurück. Ebenfalls neu ent
wickelte Zweipunktwechselrichter dienen zur verlustarmen Erzeugung der ver
schiedenen Betriebsspannungen. Die dritte Netzstrombatterie speist einige Hilfs
geräte. Im übrigen kann notfalls jede der drei Batterien für eine oder auch meh
rere der anderen den Dienst mit übernehmen.
Für einige wenige Zeitdienstgeräte, die noch eine 220-V-Wechselspannungsver-
sorgung benötigen, steht ein kleiner Halbleiter-Wechselrichter zür Verfügung.
e) Verschiedenes
Die Mitarbeiter des Fachgebiets waren an den nächtlichen Beobachtungen am
Zenitfernrohr sowie an Wochenenden und Feiertagen am Zeit- und Zeitmesser
prüfdienst beteiligt.
10. Fachgebiet G 10: Meereis
a) Eisnachrichtendienst
Der Winter 1973/74 war im gesamten Nord- und Ostseeraum sehr eisarm. An den
Küsten der Bundesrepublik trat das Eis mit einigen Tagen Unterbrechung vom
30. November bis zum 12. Dezember 1973 auf. Von der Eisbildung waren nur der
innere Teil des nordfriesischen Wattengebietes, die Elbe oberhalb Brunsbüttel
und die inneren Buchten der westlichen Ostseeküste betroffen. Die Kleinschiff
fahrt wurde nicht behindert.