Geophysik unci Astronomie
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die Uhrenanlagen des Zweiten Deutschen Fernsehens und des Hessischen Rund
funks ab. Das DHI steuerte ferner die zentrale Uhrenanlage des Norddeutschen
Rundfunks, Fernsehstudio Lokstedt, die Hauptuhr eines Hamburger Herstellers
von Schiffs-Chronometern und eine Quarzuhr der Freien und Hansestadt
Hamburg, Baubehörde, welche die Zeitansage im Telephonnetz der Hamburger
Behörden synchronisiert.
Am 31. Dezember 1974 üfsd am 31. Dezember 1975, jeweils um 24 Uhr UTC, wurden
die Zeitsignale und die öffentliche ührzeit wieder um 1 Sekunde zurückgestellt.
Die Seeschiffahrt wurde in den NfS, dem NF und dem SfK, die Öffentlichkeit
durch Pressemitteilungen unterrichtet. Verschiedene Institutionen, die um regel
mäßige Informationen über den Zeitpunkt von Schaltsekunden ersucht hatten,
wurden brieflich benachrichtigt. Die mit der Schaltsekunde zusammenhängenden
Fragen stoßen in der Öffentlichkeit nach wie vor auf großes Interesse, wie aus
zahlreichen Anfragen der Massenmedien und von Einzelpersonen hervorgeht. Die
Zahl der Funkamateure aus dem In- und Ausland, die um Bestätigung des
Empfangs von Zeitsignalen des DHI bitten, hat weiter zugenommen,
Der Fachgebietsleiter verfaßte als Mitglied verschiedener internationaler Gremien
zahlreiche Berichte zu Fragen des Zeit- und Breitendienstes und der internatio
nalen Zusammenarbeit auf diesem Gebiet.
d) Zeitmesserprüfdienst
Im Berichtszeitraum wurden drei Schiffs-Chronometer des DHI, 267 mechanische
und 333 quarzgesteuerte Schiffs-Chronometer sowie 36 Armband-Chronometer
fremder Auftraggeber geprüft und gegebenenfalls mit amtlichen Prüfungszeug-
nissen versehen. Ein quarzgesteuertes Schiffs-Chronometer eines Herstellers in
der DDR wurde der Baumusterprüfung unterzogen. Die Geräte dieses Typs wur
den als Schiffs-Chronometer im Sinne der Anlage 3 zur Schiffssicherheitsver
ordnung zugelassen.
Mehrere Anfragen bzw. Anträge auf Zulassung verschiedenartiger Typen quarz
gesteuerter Uhren als Schiffs-Chronometer mußten abschlägig beschieden wer
den, da von vornherein klar war, daß für die betreffenden Gerätetypen eine Zu
lassung nicht würde erteilt werden können.
9. Fachgebiet G 9: Zeitdienstinstrumente
a) Photographisches Zemtfernrohr
Die mit dem photographischen Zenitfernrohr erreichbare Genauigkeit hängt im
hohen Maße davon ab, wie genau die Position des Plattenweges, der während der
Stembeöbachtung nachgeführt wird, bekannt ist. Es waren bisher nur statische
Kontrollmessungen möglich und solche, die sich nicht unmittelbar während des:
wirklichen Beobachtungsbetriebs ausführen ließen. Mit Hilfe einer neuen digi
talen Wegmeßeinrichtung ist es seit 1975 möglich, die Position des Plattenwagens
mit einer Genauigkeit von 1 ¿tm zu jedem gewünschten Zeitpunkt zu ermitteln.
Von besonderer Bedeutung ist, daß diese Messungen während der tatsächlichen