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29./30. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1974/75
1975 bei der Generalversammlung der IUGG (International Union of Geodesy
and Geophysics) in Grenoble vorgelegt.
An den Variometern waren größere Eingriffe nicht erforderlich. Anfang 1975
wurde die Registrierhöhe der Vertikalintensität justiert, um die durch die
Säkularvariation bedingte Änderung auszugleichen.
Im Jahr 1975 ist mit der Installation einer digitalen Datenerfassungsanlage be
gonnen worden. Damit wird der Empfehlung der IAGA entsprochen, die Regi
strierung der Variationen so zu gestalten, daß die Daten nachträglich maschinell
verarbeitet werden können. Die bisher beschafften Teile der Anlage werden zur
Zeit erprobt. Variometer als Meßwertgeber ^sollen demnächst beschafft und
installiert werden, die Vorarbeiten am Ort ihrer Aufstellung im Variometerhaus
dauern an.
Das Doppeljahrbuch Nr. 18, 1971/1972 und die Hefte „Magnetogramme Wingst,
1971" und „Magnetogramme Wingst, 1972" sind erschienen. Die Ergebnisse der
Messungen und die Magnetogramme der folgenden Jahre werden nicht mehr
getrennt veröffentlicht werden. Die Jahrbücher enthalten dann die numerischen
Ergebnisse nur eines einzigen Berichtsjahres und die Reproduktionen der Ma
gnetogramme desselben Jahres. Dadurch wird die Zeitspanne zwischen Beob
achtung und Veröffentlichung kürzer. Das erste Jahrbuch dieser Art befindet
sich als Jahrbuch Nr. 19, 1973, im Druck. Die Vorarbeiten für das Jahrbuch Nr. 20,
1974, sind nahezu abgeschlossen.
Wie in den Vorjahren wurde monatlich ein Bericht über die magnetische Akti
vität herausgegeben und an 95 Stellen des In- und Auslandes verschickt. Außer
dem wurden die Werte in den „Ionosphärenberichten“ veröffentlicht. Die zu
ständigen internationalen Datenzentren und andere interessierte Stellen er
hielten monatlich die Teilkennziffern der Deklination und der Horizontalinten
sität sowie einen Bericht über die besonderen Effekte und Pulsationen, außerdem
vierteljährlich die vorläufigen Tages- und Monatsmittel der erdmagnetischen
Elemente. Mikrofilme der Registrierungen des Haupt- und Pulsationssystems
wurden den Weltdatenzentren bis 1974 jährlich und ab 1975 vierteljährlich zu
gesandt.
Kopien der Magnetogramme erhielten regelmäßig das Institut für Geophysik der
Universität Göttingen, das Adolf-Schmidt-Observatorium Niemegk, die Gesell
schaft für Praktische Lagerstättenforschung Hannover und auf Anforderung auch
andere Institute des In- und Auslandes.
Die Zusammenarbeit innerhalb der „Arbeitsgemeinschaft Ionosphäre der deut
schen geophysikalischen Institute" und der URSI (Union Radio-Scientifique Inter
nationale) wurde fortgesetzt.
Eine Registrierapparatur für Pulsationen des Instituts für Geophysik der Univer
sität Göttingen wurde weiterhin betreut. Das Institut für Geophysik der Univer
sität Münster konnte die im Jahr 1973 begonnenen Justierarbeiten im Observa
torium an den neu entwickelten Variographen erfolgreich abschließen.
Ende 1975 wurde ein Induktionsspulen-Magnetometer mit einem nachgeschalteten
Analogschreiber für drei Komponenten beschafft. Das transportable Gerät wurde
am Institut für Nachrichtentechnik der Technischen Hochschule Braunschweig
entwickelt und unter Mitwirkung der DHI-Versuchswerkstatt gebaut. Es ist beab
sichtigt, Leitfähigkeitsuntersuchungen am Ort des Observatoriums durchzuführen.