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Full text: Jahresbericht 1974-1975

Geophysik und Astronomie 
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Im Berichtszeitraum wurden für sieben Seehandbüdier Beiträge über die Miß 
weisung und die Störgebiete sowie die Isogonenkarten geliefert, 1219 Mißwei 
sungswerte wurden für 415 Seekarten angegeben und 516 „Gebiete unsicherer 
Mißweisung" nachgewiesen. Für eine Seekarte wurde die Linienführung der 
Isogonen entworfen, Auskünfte über lokale und zeitliche erdmagnetische Stö 
rungen erhielten wiederum Behörden, Institute, Industriebetriebe und Flughafen 
gesellschaften. 
Ende Oktober 1975 wurde mit dem VFS „Gauß“ eine magnetische Anomalie 
nördlich der Insel Läsö im Kattegat vermessen. Außerdem wurde in Zusammen 
arbeit mit dänischen Stellen der magnetische Effekt einer Hochspannungs-Gleich- 
strom-übertragungsleitung von Läsö nach Göteborg mit einem Seeprotonen 
magnetometer, einer Förstersonde und dem Schiffskompaß gemessen, um die 
Störwirkung einer derartigen neuen Stromübertragung zu erfassen, Das Fach 
gebiet nahm an der in Abscbn, 6 erwähnten Forschungsfahrt des VFS „Komet“ teil. 
Im September 1975 wurden für das Wasser- und Schiffahrtsamt Hamburg ma 
gnetische Messungen zur Ortung eingesandeter Wrackteile auf der Elbe durch 
geführt. Die Meßergebnisse wurden dem Amt kurzfristig als Entscheidungshilfe 
für weitere Maßnahmen zur Verfügung gestellt. 
b) Erdmagnetisches Observatorium Wingst 
Zur Sicherung der Variometer-Basen wurden wöchentlich Messungen der Hori 
zontal-, Vertikal- und Totalintensität mit dem Protonen-Komponenten-Magnetp- 
meter durchgeführt. Die Deklination wurde mit dem Stationstheodoliten zunächst 
ein- bis zweimal im Monat gemessen. Eine stärkere Änderung der Basis Ende 
1975 machte eine Verdichtung der Meßfolge erforderlich. Die Basis der Vertikal 
intensität wurde laufend mit zwei Z-Waagen, die der Horizontalintensität ein 
mal im Jahr mit dem Stationstheodoliten nach der Lamontschen Methode kon 
trolliert. 
Die Totalintensität wurde wie bisher zusätzlich täglich um 2 Uhr UT mit dem 
Protonenmagnetometer V 4931 gemessen. Ein Ersatz dieses alten Protonen 
magnetometers durch das 1972 beschaffte, direkt anzeigende Gerät V75 ist vor 
gesehen, kann aber erst nach erfolgreichem Abschluß des gegenwärtig laufenden 
Langzeitvergleichs vorgenommen werden. Durch Anschluß eines in der Versuchs 
werkstatt hergestellten Zusatzzählers und eines rechnenden Datendruckers an 
dieses Gerät können automatisch Mittelwerte mehrerer Messungen errechnet, 
Korrekturen angebracht und eine Umformung in eine Direktanzeige erreicht 
werden. Die damit verbundene Zeitersparnis bei der Auswertung erlaubt die 
Verarbeitung größerer Datenmengen. 
Der Momentanwert-Vergleich zwischen europäischen Stationen wurde 1974 mit 
15 und 1975 mit 16 Observatorien fortgesetzt. Die zentrale Auswertung wurde 
mit Hilfe der Rechenanlage des DHI durchgeführt, die Monätsmittel der Diffe 
renzen wurden den beteiligten Stationen zugänglich gemacht. Die IAGA (Inter 
national Association of Geomagnetism and Aeronomy) empfiehlt, den Vergleich 
weltweit auszudehnen. Das Observatorium Wingst wird weiterhin federführend 
sein. 
Ein Überblick über die Ergebnisse des Momentan wert-Vergleichs von 1957 bis 
1972 und eine detaillierte Auswertung des Vergleichs für das Jahr 1973 wurden
	        
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