Geophysik und Astronomie
59
Im Berichtszeitraum wurden für sieben Seehandbüdier Beiträge über die Miß
weisung und die Störgebiete sowie die Isogonenkarten geliefert, 1219 Mißwei
sungswerte wurden für 415 Seekarten angegeben und 516 „Gebiete unsicherer
Mißweisung" nachgewiesen. Für eine Seekarte wurde die Linienführung der
Isogonen entworfen, Auskünfte über lokale und zeitliche erdmagnetische Stö
rungen erhielten wiederum Behörden, Institute, Industriebetriebe und Flughafen
gesellschaften.
Ende Oktober 1975 wurde mit dem VFS „Gauß“ eine magnetische Anomalie
nördlich der Insel Läsö im Kattegat vermessen. Außerdem wurde in Zusammen
arbeit mit dänischen Stellen der magnetische Effekt einer Hochspannungs-Gleich-
strom-übertragungsleitung von Läsö nach Göteborg mit einem Seeprotonen
magnetometer, einer Förstersonde und dem Schiffskompaß gemessen, um die
Störwirkung einer derartigen neuen Stromübertragung zu erfassen, Das Fach
gebiet nahm an der in Abscbn, 6 erwähnten Forschungsfahrt des VFS „Komet“ teil.
Im September 1975 wurden für das Wasser- und Schiffahrtsamt Hamburg ma
gnetische Messungen zur Ortung eingesandeter Wrackteile auf der Elbe durch
geführt. Die Meßergebnisse wurden dem Amt kurzfristig als Entscheidungshilfe
für weitere Maßnahmen zur Verfügung gestellt.
b) Erdmagnetisches Observatorium Wingst
Zur Sicherung der Variometer-Basen wurden wöchentlich Messungen der Hori
zontal-, Vertikal- und Totalintensität mit dem Protonen-Komponenten-Magnetp-
meter durchgeführt. Die Deklination wurde mit dem Stationstheodoliten zunächst
ein- bis zweimal im Monat gemessen. Eine stärkere Änderung der Basis Ende
1975 machte eine Verdichtung der Meßfolge erforderlich. Die Basis der Vertikal
intensität wurde laufend mit zwei Z-Waagen, die der Horizontalintensität ein
mal im Jahr mit dem Stationstheodoliten nach der Lamontschen Methode kon
trolliert.
Die Totalintensität wurde wie bisher zusätzlich täglich um 2 Uhr UT mit dem
Protonenmagnetometer V 4931 gemessen. Ein Ersatz dieses alten Protonen
magnetometers durch das 1972 beschaffte, direkt anzeigende Gerät V75 ist vor
gesehen, kann aber erst nach erfolgreichem Abschluß des gegenwärtig laufenden
Langzeitvergleichs vorgenommen werden. Durch Anschluß eines in der Versuchs
werkstatt hergestellten Zusatzzählers und eines rechnenden Datendruckers an
dieses Gerät können automatisch Mittelwerte mehrerer Messungen errechnet,
Korrekturen angebracht und eine Umformung in eine Direktanzeige erreicht
werden. Die damit verbundene Zeitersparnis bei der Auswertung erlaubt die
Verarbeitung größerer Datenmengen.
Der Momentanwert-Vergleich zwischen europäischen Stationen wurde 1974 mit
15 und 1975 mit 16 Observatorien fortgesetzt. Die zentrale Auswertung wurde
mit Hilfe der Rechenanlage des DHI durchgeführt, die Monätsmittel der Diffe
renzen wurden den beteiligten Stationen zugänglich gemacht. Die IAGA (Inter
national Association of Geomagnetism and Aeronomy) empfiehlt, den Vergleich
weltweit auszudehnen. Das Observatorium Wingst wird weiterhin federführend
sein.
Ein Überblick über die Ergebnisse des Momentan wert-Vergleichs von 1957 bis
1972 und eine detaillierte Auswertung des Vergleichs für das Jahr 1973 wurden