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29./30. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1974/75
schiede der Sedimente auf dem arktischen und auf dem atlantischen Hang durch
chemische, petrographische und biologische Untersuchungen zu erfassen und den
auf dem jeweiligen Hang herrschenden hydrographischen Verhältnissen gegen
überzustellen. Die Messungen der Sedimentationsraten und die Untersuchungen
der gröberen glaziomarinen Bestandteile sowie des Bodenreliefs sollen Hinweise
auf die geologische Entwicklung der Schwelle und auf ihre relative Höhenlage,
Erosion und eventuelle Vereisung im Pleistozän liefern. Die Untersuchungen
werden in enger Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Geowissenschaften
und Rohstoffe in Hannover und dem Geologischen Institut der Universität Köln
durchgeführt.
Im zweiten Fahrtabschnitt standen seismische Messungen mit Sparker und Air
Gun im Vordergrund, wobei insgesamt 1505 sra Profile aufgenommen wurden.
Erste Auswertungen haben bereits Anhaltspunkte dafür ergeben, daß der Rücken
möglicherweise kein Verbindungselement zwischen den beiden Insebnassiven ist,
sondern evtl, aus einem eigenständigen Basaltkern entstand.
8. Fachgebiet M 8: Wechselwirkung Meer/Atmosphäre, Seegangsuntersuchungen
a) GATE
Das Fachgebiet M 8 beteiligte sich von Mitte Juni bis Ende September 1974 an
dem GARP*) Atlantic Tropical Experiment (GATE) mit Seegangsmes
sungen, um die mit dem Seegang in engem Zusammenhang stehenden Vor
gänge in der Grenzschicht Atmosphäre/Ozean zu erforschen.
Außerdem dienen die bei GATE gewonnenen Seegangsmessungen auch als Test
datensatz für ein numerisches Seegangsvorhersageverfahren:
Das DHI entwickelt zusammen mit anderen europäischen Instituten und inter
nationalen Mineralölgesellschaften ein solches Vorhersageverfahren für die
Nordsee, das in etwa ein bis zwei Jahren für den praktischen Dienst verwendbar
sein wird.
Der Schwerpunkt der Untersuchungen war während der dritten Meßphase
(28. 8.—19. 9. 1974): An den Eckpunkten eines regelmäßigen Sechsecks von 28 sm
Kantenlänge wurden Waverider-Bojen verankert. Im Mittelpunkt dieses Sechs
ecks auf 8,5° N, 23,5° W lag das FS „Meteor": dort wurden alle drei Stunden
halbstündige Zeitserien der Bojenmessungen registriert. Gleichzeitig betrieben
wir von Bord des amerikanischen Forschungsschiffes „Oceanographer" aus eine
Pitch-Roll-Boje zur Messung des Richtungsspektrums des Seegangs; eine zweite
Pitch-Roll-Boje des DHI wurde für uns von amerikanischen Kollegen auf dem RV
„Researcher" eingesetzt,
Die Auswertung des umfangreichen Datensatzes ist noch nicht abgeschlossen.
j Global Atmospheric Research Programme