114 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1942.
haltenen Werte herangezogen werden, Im September und Oktober 1928 fand ich?)
auf der Helgoländer Düne für genannte Sonnenhöhe folgende Werte (auf mittlere
Sonnenentfernung reduziert): Am 10.9. p 1.108 (im Rot 0.601), am 14. 9. p 1.044
(im Rot 0.564), am 23. 9. p 1.264 (im Rot 0.656) und am 5. 10. p 1.116 (im Rot
0.612). Auf Amrum (im Nebel) wurden von mir folgende auch auf mittlere
Sonnenentfernung reduzierte Werte gefunden?): Am 27.8. a 1.120 (im Rot 0.612),
am 27. 8. p 1.118 (im Rot 0.612), am 12. 9. a 1.088 (im Rot 0.606), am 12.9. p
1.000 (im Rot 0.549), am 17. 9. p 0.837 (im Rot 0.483), am 18. 9. a 0.756 (im Rot
0.453), am 25.9. a 1.196 (im Rot 0.642) und am 25,9. p 1.254 (im Rot 0.662).
Wenn auch die Werte am Ende des August und am Anfang des September ver-
hältnismäßig hoch sind, so ist doch der Gedanke kaum ganz von der Hand zu
weisen, daß in der ersten Beobachtungszeit eine geringe Nachwirkung der von
M. Wolf in Heidelberg und von A. Peppler®) in Karlsruhe beobachteten, mög-
licherweise im Zusammenhang mit einem Vesuvausbruch stehenden atmo-
sphärischen Trübung zu konstatieren war. In diesem Zusammenhang sei auch
an Untersuchungen von Smosarski*) sowie von Popow®) erinnert. Neuberger*‘)
gibt bei Erörterung‘ seiner 1933 und 1934 auf Sylt durchgeführten Strahlungs-
messungen für die Sonnenhöhe von 25.5° für vier Sichtstufen folgende Durch-
schnittswerte der Strahlungsintensität an: Für I: 1.005, für II: 1.02, für III: 1.18
und für IV: 1,22. Selbstverständlich ergeben sich für hochgelegene Orte — und
zwar einmal wegen der geringeren von der Strahlung zu durchsetzenden Luft-
masse und zum andern wegen der reineren, trockeneren Luft — für gleiche
Sonnenhöhen wesentlich höhere Strahlungswerte, So fand Goetz’) in Arosa bei
einer Sonnenhöhe von 25° am 20. Januar 1925 1.48, am 22. Januar 1.44 und am
23. Januar 1.48 g cal. Dorno®) konstatierte sogar in Muottas-Muraigl in einer
Meereshöhe von 2456 m an einem Tage außergewöhnlich trockener und reiner Atmo-
sphäre, am 24, Januar 1924, bei einer Sonnenhöhe von 23,8° eine Intensität von
1.515 g cal.
Schließlich habe ich geprüft, ob sich auch schon aus einem so kleinen Beob-
achtungsmaterial wie dem vorliegenden die von mir zuerst für Lindenberg
konstatierten kurzfristigen Schwankungen der absoluten und damit auch der
relativen Schwankungen der Sonnenstrahlungsintensität nachweisen ließen. Es
handelt sich hier?) um die Zunahme der absoluten Schwankungen mit Abnahme
der Sonnenhöhe, d.h. mit Zunahme der Luftmasse. Meine Auffassung, daß für
besagte Schwankungen wesentlich die unteren Luftschichten in Frage kommen,
deren Dichtdurchlässigkeit in besonders hohem Grade von Veränderungen des
Wasser- und Staubgehalts sowie von der wechselnd starken Schlierenbildung ab-
hängt, fand eine starke Stütze durch die auf meine Anregung hin von Spangen-
berg für Orte mit verschiedener Höhe über dem Meeresspiegel berechneten
Werte bestätigt. Die Hamburger Schwankungen wurden für den Durchschnitt
von 7 Tagen (23, 3., 24. 3., 25. 3., 26, 3, 27. 3, 27. 4. und 7. 7. 1933) für die
Sonnenhöhen 10.5°, 15.5°, 20.5°, 25.5°, 30.5° und 35,5° berechnet. Sie betragen
der Reihe nach 0.12, 0.10, 0.08, 0.08, 0.07 und 0.07, Die genannte Tendenz ist
jedenfalls deutlich genug ausgeprägt. Die entsprechenden relativen Schwankungen
sind: 20.74 %, 13.0%, 8.9%, 8.0%, 6.5% und 6.2%.
Wir müssen nun etwas auf den Trübungsfaktor eingehen. Die Grundlage
für die Berechnung desselben durch Linke bildeten die von Fowle für die
verschiedenen Wellenlängen für eine reine und wasserdamvufarme Atmosphäre
*. Chr. Jensen, Meteorologisch-optische Messungen auf der Helgoländer Düne und auf
Wangerooge, Ber. d. Strahlungs-Klimatol, Stationsnetzes im D. Nordseegehiet, Bd. 11, 1928, 35—54, —
*) Chr. Jensen, Strahlungsmessungen auf Amrum im August und September 1929, Ann, d. Hydr.
usw. 1933, 202—210. — % A. Peppler, Trübungserscheinungen der Stratosphäre, Das Wetter 1429,
224—233. — *%) W. Smosarski, Polarisation, des Himmelslichtes und Lage des neutralen Punktes
von Arago, Gerlands Beitr, z, Geophys, 27, 426—442, 1930 (s. vor allem 433 u, f.). — 5) 1. J. Popow,
Über die optische Anomalie der Atmosphäre in den Jahren 1929-—1930, Met. Z. 1931, 115—117. —
5 H. Neuberger, Beiträge zur Untersuchung des atmosphärischen Reinheitsgrades, Diss, Hamburg
1936, 5,29 (s. auch die Diss. Hamburg 1936). — 7) P, Goetz, Das Strahblungsklima von Arosa,
Berlin bei J, Springer 1926 (s. S. 15), — % C. Dorno, Grundzüge des Klimas von Muottas-Muraigl
(Oberengadin), Eine meteorologisch-physikalisch-physiologische Studie, bei Vieweg 1927 (s. S. 29 und
1007. — 9) S. diese Zsch. 1941 S. 11 und Tab. 10a und bh.