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Full text: Jahresbericht 1974-1975

Meereskunde 
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Es war ein glückliches Zusammentreffen, das in den Jahren 1974/75 das Nieder 
sächsische Landesamt für Bodenforschung bei einem Kies-Explorationsprogramm 
eine Anzahl von Flachbohrungen in der Deutschen Bucht niedergebracht hatte, 
so daß ein Vergleich von akustischer Aufnahme und Bohrprofil an zahlreichen 
Positionen erfolgen konnte. 
Naturgemäß bietet es sich an, eine solche dreidimensionale Bestandsaufnahme, wie 
sie die Kartierung der Nordseesedimente darstellt, wissenschaftlich zu vertiefen, 
insbesondere die geologische Entwicklung des Nordseebeokens nach dem Ende 
der letzten Eiszeit zu rekonstruieren, die Umwandlung einer eiszeitlichen Land 
schaft in ein rezentes Flachseebecken zu verfolgen und daraus abgeleitete Zu 
sammenhänge zwischen Morphologie und Sedimentzusammensetzung zu er 
kennen. Mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft 
lief deshalb im August 1975 das Projekt „Die pleistozänen Moränen 
in der südlichen Nordsee" an, in dem zunächst die eiszeitlichen Ab 
lagerungen und die von ihnen abzuleitenden Kiesfraktionen auf ihre petrogra- 
phische Zusammensetzung hin untersucht werden. 
Der Trend zur intensiveren Nutzung des Nordseebodens für Kies- und Sandent 
nahme durch Industrieunternehmen hielt auch weiterhin an, zahlreiche Gut 
achten waren zu erarbeiten. 
b) Foraminiferen-Untersuchungen 
Die Foraminiferen-Untersuchungen in der Deutschen Bucht wurden 
weitergeführt. Die früheren Untersuchungen an Foraminiferen, die sich als recht 
brauchbare Indikatoren für Sedimentumlagerungen erwiesen haben, hatten für 
das Gebiet westlich Helgoland bisher auf geringe Mobilität der Sedimente schlie 
ßen lassen. 1975 konnte erstmalig eine Veränderung der Faunenvergesellschaf 
tung gefunden wenden, die mit einer leichten Uberschlickung im Bereich der 
mittelfeinen Sande parallel geht, über die möglichen Ursachen sollen künftige 
Untersuchungen Aufschluß geben. 
Neue Untersuchungen wurden im Gebiet des Fladengrundes (nördliche 
Nordsee) begonnen, sie sind Teil des oben erwähnten Programmes FLEX 76. Als 
Kalkproduzenten liefern Foraminiferen einen wesentlichen Parameter für die bio 
gene Zufuhr von Kalk zum Sediment. Da in Foraminiferen-Gehäusen auch Schwer 
metalle angereichert werden können, wurde in ersten chemischen Tests die 
Größenordnung der Schwermetallgehalte festgestellt. 
c) Untersuchungen über Sandbewegungen 
Im Sommer 1973 war vor Räntum/Sylt auf dem der Küste vorgelagerten Sandriff 
ein M e ß p f a h 1 eingespült worden*), von dem aus Beziehungen zwischen 
Wasserbewegung und Suspensionsgehalten in der Brandungszone untersucht 
wurden. Die Ergebnisse werden in Kürze veröffentlicht. 
d) Untersuchungen über die Verschmutzung des Meeresbodens 
Die Überwachung des Meeresbodens im Verklappungsgebiet für Ab 
fälle des Titandioxid-Werkes Nordenham wurde mit umfangreichen Probe- 
j Vgl. 27./2Ö. Jahresbericht 1972/73, Abb. 11
	        
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