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Full text: Jahresbericht 1974-1975

Meereskunde 
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d) Überwachung des Meerwassers auf Schwermetalle 
Zur Überwachung der Nord- und Ostsee auf schädliche Schwermetalle wurden 
die schon im vorhergehenden Jahresbericht erläuterten Methoden der Probe 
nahme und -aufbewahrung sowie der Spurenanalyse fortentwickelt, vervoll 
kommnet und auf neue Schwermetalle und Analysenverfahren ausgedehnt. 
Die wichtigste analytische Methode ist weiterhin die flammenlose 
Atomabsorptionsspektrometrie, Hierbei werden die aufgetauten Komplexbildner 
versetzt, die Spurenmetalle der Flüssig-Flüssig-Exträktion in ein organisches 
Lösungsmittel unterworfen und dann in der Graphitrohrküvette atomisiert. Zu 
sätzlich zu den Schwermetallen Cadmium und Kupfer wurden im Berichtszeit 
raum Eisen, Nickel und Mangan in das Bestimmungsverfahren aufgenommen. Als 
weitere analytische Methode wurde die Invers-Voltammetrie eingeführt. Dieses 
elektroanalytische Verfahren erlaubt die Messung geringer Spuren von Zink, 
Blei, Cadmium und Kupfer unmittelbar in Seewasserproben ohne Zusatz von 
Reagenzien. Es eignet sich im Prinzip auch für direkte Messungen auf Forschungs 
schiffen. 
Eingefrorene ungefilterte Seewasserproben, die im Oktober 1973 während einer 
überwachungsfahrt mit VFS „Gauß" an 13 Stationen der westlichen 
Ostsee entnommen worden waren, wurden mit der Atomabsorptionsspektro 
metrie auf die Metalle Cadium, Kupfer und Eisen untersucht. Die Meßwerte zei 
gen deutlich Zusammenhänge zwischen den hydrographischen Verhältnissen 
(Temperatur und Salzgehalt), den meteorologischen Bedingungen während der 
Fahrt (vor allem Windrichtung und -stärke) sowie den geographischen Gegeben 
heiten (Küstenverlauf). Diese Parameter beeinflußten direkt den Gehalt an 
Schwebstoffen, der bei den ungefilterten Wasserproben den größten Beitrag zu 
den Gesamtkonzentrationen der Schwermetalle lieferte. 
Im April 1973 wurde ein engmaschiges Netz von 18 Stationen in der inneren 
Deutschen Bucht mit VFS „Gauß" abgefahren. Ungefilterte Seewasser 
proben, die in ähnlicher Weise wie bei der Ostsee-Fahrt behandelt worden 
waren, wurden mit der flammenlosen Atomabsorptionsspektrometrie auf Cad 
mium, Kupfer, Eisen, Nickel und Mangan sowie mit der Invers-Voltammetrie auf 
Zink, Blei, Cadmium und Kupfer analysiert. Eine erste Auswertung der Daten 
zeigt für Eisen und Mangan eine deutliche Erhöhung der Konzentration in der 
Nähe des Einbringungsgebiets für Abfallösungen aus der Titandioxid-Produktion 
nordwestlich von Helgoland; außerdem war für diese und einige andere Metalle 
der Einfluß der Ästuare von Elbe und Weser sichtbar. 
Wie schon bei den Untersuchungen in der westlichen Ostsee erwiesen sich die 
Cadmium-Konzentrationen, im Gegensatz zu anderen Metallen, als relativ gleich 
förmig über die verschiedenen Bereiche verteilt, wie z. B. Flußmündungsgebiete, 
küstennahe und küstenferne Teile der Deutschen Bucht. Der Vergleich der mit 
beiden Methoden gewonnenen Werte für Cadmium (Abb. 5) und Kupfer erbrachte 
eine recht gute Übereinstimmung, vor allem Wenn man berücksichtigt, daß dabei 
die Metalle jeweils in unterschiedlichem chemischen Zustand erfaßt werden. An 
einigen Stellen zeigten die Werte aus den beiden Methoden auffallende Unter 
schiede, die nun gezielt untersucht werden. 
Wegen der Schwierigkeiten der Schwermetall-Spurenanalytik ist weiterhin die 
Vergleichseichung (Intercalibration) von großer Bedeutung; Hierbei
	        
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