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29./30. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1974/75
Um die Vorteile der Automation auch in anderen Bereichen des Seekartenwerks
nutzen zu können, wurden dazu geeignete Gerätekonfigurationen untersucht und
die damit zu bearbeitenden Aufgaben in einem Pflichtenheft zusammengestellt.
Nach umfangreichen Verhandlungen wurde im Dezember 1975 mit der Firma
ARISTO ein Vertrag über den Kauf und die Wartung einer interaktiven Digitali
sier- und Datenkorrekturstation „ARISTOGRID ID 101" abgeschlossen. Das Sy
stem gestattet das interaktive Digitalisieren von Karten und Plänen mit der
Möglichkeit, die so gewonnenen Daten auf Magnetband zu speichern (Daten
bank), sowie das interaktive Editieren (Nachführen, Berichtigen, Aufbereiten)
bereits digitalisierter und auf Magnetband gespeicherter Daten. Außerdem wird
das Korrigieren der bei der Seevermessung anfallenden Lochstreifen möglich
sein, wobei die berichtigten Datenbestände auf Magnetband ausgegeben werden.
2. Maritime Geodäsie und geodätische Berechnungen
Für die Seevermessung wurden die laufenden geodätischen Berechnungen aus
geführt. Weiterhin sind für die nautische Kartographie und in Amtshilfe für
andere Dienststellen Koordinatenberechnungen, Hyperbelumwandlungen sowie
Feuersektorenberechnungen erstellt worden. Diese Berechnungen wurden mit
den im Hause vorhandenen Rechenanlagen ausgeführt.
Das Programmarchiv der druckenden elektronischen Tischrechenmaschine Diehl
Combitron konnte um 4 weitere Programme erweitert werden. Es umfaßt nun 130
Berechnungsabläufe.
In Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet G5 (Rechenanlage) wurde die Programm
sammlung für die numerisch gesteuerte Zeichenanlage Aristomat um folgende
Programme erweitert:
Zeichnen eines Georefmeldegitters in ein Mercatornetz für Seekarten,
Zeichnen eines UTM-Gitternetzes in ein Mercatornetz für Seekarten,
Zeichnen der Randeinteilung für die Sonderkarten der Sportschiffahrt.
Das Programmsystem für die Auswertung der Seevermessungsergebnisse wurde
vorläufig fertiggestellt. Es besteht zur Zeit aus 11 Einzelprogrammen. Die 5 wich
tigsten sind:
a) SV 30/10 Einlesen der Lochstreifen mit Ortungswerten (Uhrzeit und Hyper
belwerten), die von den Datenerfassungsanlagen der Schiffe kommen; Auf
nahme auf Magnetband.
b) SV 30/11 Prüfung und Aufteilung der Ortungswerte nach Arbeitsgebieten
und Aufnahme auf Magnetplatte,
c) SV 30/12 Einlesen der Lochstreifen (Uhrzeit und Tiefe) des halbautomati
schen Auswertegerätes und Aufnahme der Tiefen mit Positionen auf Magnet
band.
d) SV 30/13 Einlesen der Lochstreifen (Hyperbelwert und Tiefe) des halbauto
matischen Auswertegerätes und Aufnahme der Tiefen mit Positionen auf
Magnetband.
e) SV 30/14 Aufbereitung der Tiefen mit Positionen für die Darstellung in der
Arbeitskarte; Ausgabe der Steuerstreifen für den Zeichentisch.