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27./28. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1972/73
Eine Magnetkompaß-Selbststeueranlage mit Kursübertragung auf Tochterkom-
passe, die bereits vom DHI zugelassen worden war, wurde nach einer technischen
Änderung durch die Herstellerfirma einer Ergänzungsprüfung unterzogen und
auch in der geänderten Version zugelassen. Im Zusammenhang damit wurde der
Ubertragungsfehler zwischen Mutter- und Tochterkompaß, der durch die Inhomo
genität des Feldes des K-Magneten entsteht, theoretisch berechnet und die Rech
nung durch Messungen bestätigt. Die Kenntnis dieser Zusammenhänge ermög
lichte es, die Herstellerfirma hinsichtlich der Optimierung solcher Systeme zu be
raten.
Theoretische und experimentelle Untersuchungen zur Verbesserung der Kom
pensiermittel von Magnetkompassen wurden durchgeführt. Dabei wurden beson
ders die Fehler betrachtet, die durch die geringe Entfernung der Kompensiermittel
vom Kompaß entstehen: höherkreisige Ablenkungen und Ablenkungen bei Nei
gung sowie die Breitenbeständigkeit. Maßnahmen zur Fehlerverringerung wurden
vorgeschlagen.
Theoretische Überlegungen wurden angestellt über die quantitativen Zusammen
hänge zwischen den Ablenkungen von Magnetkompassen unter dem Einfluß hori
zontaler Beschleunigungen und den dafür relevanten Parametern (z. B. Größe und
Periode der Beschleunigungen, Eigenperiode und Dämpfung des Kompasses, Kom
ponenten des magnetischen Feldes in horizontaler und vertikaler Richtung); die
Aussagen der gewonnenen Formeln wurden mit den Ergebnissen früherer Mes
sungen auf der Schaukel verglichen.
Die Entwicklung von Kursmonitoren wurde bei Industriefirmen angeregt. Solche
Geräte dienen der Überwachung des Schiffskurses, wenn mit dem Selbststeuer ge
fahren wird.
Neue Geräte für die Prüfung von Magnetkompassen wurden entwickelt: Der an
einem torsionsarmen Faden aufgehängte Normalkompaß *) wurde verbessert so
wie ein weiteres Magnetfeld-Sondenabtastgerät für die halbautomatische Magnet
kompaßeinzelprüfung fertiggestellt und in der DHI-Außendienststelle Kiel in Be
trieb genommen.
Im Zusammenhang mit der Beauftragung von Personen mit der Einzelprüfung von
Magnetkompassen wurde an drei verschiedenen für solche Prüfungen vorgesehe
nen Orten die Konstanz des magnetischen Feldes untersucht. Die Untersuchungen
über das Vibrationsverhalten von Magnetkompassen *) wurden fortgesetzt.
Auf Wunsch von Herstellerfirmen wurden 30 Magnetkompasse nach britischen
DTI-Vorschriften und 7 Magnetkompasse nach schwedischen Vorschriften hin
sichtlich Eisenfreiheit geprüft.
b) Kreiselkompasse
Im Aufträge der Herstellerfirma Sägern, Paris, wurde die horizontstabilisierte
Kreiselkompaßanlage MCV auf ihre funktionale Leistungsfähigkeit unter simu
lierten Bordbeanspruchungen und Umweltbedingungen im Labor sowie unter
Fahrtmanöverbeanspruchung auf Autobahnen geprüft. Die Anlage liefert außer
dem Kurswinkel die beiden Horizontalwinkel (Schlinger- und Stampfwinkel), Die
) Vgl. 25./26. Jahresbericht 1970/71, S. 71.