Das DHI in den Jahren 1972 und 1973
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A. Allgemeiner Bericht
I. DAS DEUTSCHE HYDROGRAPHISCHE INSTITUT (DHI) IN DEN JAHREN
1972 UND 1973
Bei der Schaffung des Internationalen Seekartenwerkes erzielte
man wesentliche Fortschritte: Von den 83 BJättem der Karte kleinen Maßstabs sind
bisher 15 erschienen. Die beiden Blätter, deren Bearbeitung das DHI übernommen
hatte, wurden bereits 1972 fertiggestellt ; von Großbritannien, Kanada und den
USA hergestellte Blätter dieser Serie wurden in das deutsche Kartenwerk einge
fügt.
Richtlinien für internationale Nordseekarten mittleren und großen Maßstabs er
arbeitete eine IHO-Kommission, die während der 10. Internationalen
Hydrographischen Konferenz gebildet wurde. Diese Konferenz, die
erste seit Inkrafttreten der 1967 geschlossenen Konvention über die Internatio
nale Hydrographische Organisation (IHO), fand vom 11. bis 22. April 1972 in
Monaco statt. DHI-Präsident Prof. Dr. Roll, der die deutsche Delegation leitete,
wurde zum Präsidenten der Konferenz gewählt. Auf deutschen Antrag wurde
eine Kommission einberufen, die untersuchen soll, wie sich der Inhalt der See
bücher international vereinheitlichen und die Herstellung vereinfachen lassen.
Das ebenfalls auf deutschen Antrag gebildete IHO/IMCO-Komitee zur Vorberei
tung eines international koordinierten weltweiten Seewarndienstes schlug vor,
die Weltmeere in 13 Warngebiete einzuteilen ; für jedes soll ein hydrographischer
Dienst die Verantwortung übernehmen. Voraussetzung ist die Einrichtung einer
leistungsfähigen Kurzwellen-Küstenfunkstelle in jedem Wamgebiet.
Die IHO-Kommission der Nordseehydrographen (NSHC) tagte vom 15. bis 18.
Februar 1972 in Den Haag und vom 11. bis 14. September 1973 in Härnösand
(Schweden), um die Arbeit der hydrographischen Dienste zu koordinieren.
Im September 1973 trafen sich Seegangsexperten aus 7 Staaten zü JONS-
W A P 2 (Joint North Sea Wave Project), um im Seegebiet vor Sylt vor allem die
Anfachung des Seegangs durch den Wind zu Untersuchen und verschiedene See
gangsmeßmethoden zu erproben; Ziel ist die Entwicklung einer wirkungsvollen
Seegangsvorhersage. Dem DHI oblag die Organisation dieses von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft (DFG) und vom Bundesministerium für Forschung und
Technologie (BMFT) geförderten Projektes.
Das DHI wirkte bei der Vorbereitung mehrerer internationaler Konventionen zur
Verhütung der Meeresverschmutzung mit (vgl. Abschn. B. IV. 6.) :
Oslo-Konvention (15.2.1972), London-Konvention (13.11.1972), IMCO-Vertrags-
werk (November 1973), Helsinki-Abkommen und Pariser Konvention (Unterzeich
nung für 1974 vorgesehen). Die Empfehlungen der Umweltkonferenz der Verein