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Full text: Jahresbericht 1972-1973

Geophysik und Astronomie 
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deren dreistündliche Kennziffern K zur Berechnung der planetarischen Kennziffer 
Kp benutzt werden, war eine sorgfältige Anpassung der Sdiätzmethode des neuen 
Beobachters an die des bisherigen notwendig, um die Kontinuität der Meßreihe 
sicherzustellen. 
Die Basismessungen der Total-, Horizontal- und Vertikalintensität mit dem in 
Wingst entwickelten Protonen-Komponenten- Magnetometer wurden regelmäßig 
wöchentlich, durdigeführt, Wie bisher wurde die Deklination mit dem Stations 
theodoliten Schulze Nr, 75 gemessen. Die Basis der Vertikalintensität wurde mit 
zwei Z-Waagen, die der Horizontalintensität mit dem Stationstheodoliten und 
zwei Quarz-Horizontal-Magnetometern kontrolliert. Die Werte der Totalintensität 
wurden wie in den Vorjahren mit einem Protonenmagnetometer täglich um 02 Uhr 
GMT automatisch registriert und zum Basisvergleich mit Momentanwerten ge 
nutzt. 
Im Jahr 1972 ist ein neues direktanzeigendes Protonenmagnetometer für die Feld 
messung im Kompohenteü-Magnetometer beschafft worden. Die Auflösungsgenau 
igkeit beträgt 0,1 nT *), der Meßbereich ist gegenüber dem Normaltyp nach unten 
bis 17 000 nT erweitert worden, damit die Horizontalkomponente in Wingst meß 
bar ist. Die Absolutgenauigkeit entsprach zunächst nicht den Anforderungen, denn 
es traten feldabhängig Fehler bis zu 2 nT auf. Nach der Überholung durch die 
Herstellerfirma beträgt die Absolutgenauigkeit ± 0,5 nT. Dieser Wert ist für die 
Absolutmessung der Erdfeldkomponenten ansreichend. Die innere Genauigkeit 
dieses Magnetometers erlaubt es, Differenzen der Totalintensität in Bruchteilen 
eines Nanoteslas aufzulösen. In Abb. 14 ist das Ergebnis einer flächenhaften Son 
dierung auf 49 Meßpunkten im Meßraum des Absoluthauses in Wingst dargestellt. 
Das Feld zeigt nur in Wandnähe Störungen von der Größenordnung einiger nT, 
die von geringfügigen Eiseneinschlüssen in der Mauer herrühren dürften. Die 
Homogenität im Bereich der Pfeiler ist zufriedenstellend, wenn auch bei steigen 
den Anforderungen an die Genauigkeit die Feldunterschiede an den Meßpfeilern 
berücksichtigt werden müßten. 
Im Jahr 1972 führte Herr A. Hansen vom Erdmagnetisehen Observatorium Rüde 
Skov (Dänemark) eine Vergleichsmessung der Horizontalintensität und der De 
klination mit Quarz-Horizontal-Magnometem durch. Die Wissenschaftler des sow 
jetischen unmagnetischen Forschungsschoners „Zarja" nutzten einen Hafenauf 
enthalt in Hamburg u. a. zu einer Anschlußmessung der Horizontalintensität mit 
einem Doppelkompaß des Typs Askania. 
Der Momentan wert-Vergleich zwischen 14 europäischen Observatorien wurde in 
den Berichtsjahren fortgeführt. Die zentrale Auswertung wurde mit Hilfe der 
Rechenanlage des DHI durchgeführt. Die Monatsmittelwerte der Differenzen wur 
den den beteiligten Stationen in Form von Tabellen zugänglich gemacht. Der Ver 
gleich bietet den beteiligten Stationen die Möglichkeit, ihr Basisniveau besser zu 
kontrollieren und gegebenenfalls zu korrigieren. Es hat sich gezeigt, daß die Streu 
ung der Monatsmittelwerte im Laufe der Vergleichs! ahre abgenommen hat. 
*} In den Berichtsjahren wurde der Übergang von den cgs- zu den SI-Einheiten im 
Meßwesen vollzogen. Die magnetische Induktion wird dabei in Tesla (T) gemessen. 
Die im Erdmagnetismus praktisch verwendete kleinste Einheit ist das Nanotesla (nT). 
1 nT = IO' 9 T entspricht 1 Gamma = 10' s Gauss der bisherigen Einheit,
	        
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