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27./28. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1972/73
sowie unter Beteiligung mehrerer Wissenschaftler der Fachgebiete Gl und G2
und der Abteilung Meereskunde wahrgenommen.
Das I. Programm des Norddeutschen Rundfunks und des Westdeutschen Rund
funks verbreiteten regelmäßig die Vorhersage der Hochwasserstände an der
deutschen Nordseeküste, bei Emden, Bremen und Hamburg im Anschluß an die
Nachrichtensendungen um 09.00 Uhr und 22.00 Uhr. Radio Bremen brachte die
Vorhersagen anschließend an die Nachrichtensendungen um 10.00 Uhr und 22.00
Uhr auf der „Hansawelle“ sowie um 09.00 Uhr im II. Programm. Der Deutsch
landfunk strahlte die Vorhersagen täglich gegen 01.05 Uhr und 12.05 Uhr im
Anschluß an den Seewetterbericht aus. Nach der Radarzentrale Cuxhaven und
dem Schiffsmeldedienst in Hamburg erhielten jetzt auch die Radarzentrale Bre
merhaven und Knods regelmäßig Vorhersagen der Hoch- und Niedrigwasser ihrer
Reviere. Von Februar 1972 an brachte der Femsprechansagedienst der Bundes
post Sturmflutwarnungen für das Gebiet des Hamburger Hafens unter der neuen
Kurzrufnummer Hamburg 11609. Die vorausberechneten Hoch- und Niedrigwasser
zeiten für Cuxhaven und Hamburg konnten wie bisher über die Hamburger Ruf
nummer 11 55 abgerufen werden. Der Geophysikalische Beratungsdienst der Bun
deswehr sowie die Wetterämter Bremen und Schleswig erhielten Vorhersagen
und Warnungen durch Fernschreiben.
An amtliche und private Stellen waren täglich mündliche Auskünfte verschieden
ster Art für Orte der Nord- und Ostseeküste sowie gelegentlich schriftliche Aus
künfte und Gutachten zu erteilen.
Im Jahre 1972 wurden über den Rundfunk 15 Sturmflutwarnungen und 9 War
nungen an die Schiffahrt vor besonders niedrigem Hochwasser ausgegeben. Im
Jahre 1973 waren es 31 Sturmflutwarnungen (Abb. 12). Warnungen an die Schiff
fahrt ergingen nicht,
Ein fester Empfängerkreis, dem nach der Neuordnung im Hamburger Raum von
1971 nur noch 250 Behörden und Firmen angehörten, erhielt im Jahre 1972 tele
graphisch 1 297 und im Jahre 1973 2 400 Warnungen vor Sturmfluten oder nied
rigen Wasserständen.
Nach einer relativ sturmflutarmen Periode trat gegen Ende des Berichtszeitraumes
an der deutschen Nordseeküste eine ungewöhnliche, bisher nicht registrierte Folge
von Sturmfluten auf: innerhalb eines Monats wurden in Hamburg 4 sehr schwere
und 1 schwere Sturmflut beobachtet, darunter am 7. Dezember 1973 die höchste
Sturmflut seit der Katastrophenflut des Jahres 1962 (Abb. 13).
b) Besondere Arbeiten
Das Fachgebiet war intensiv beteiligt an den Arbeiten zur gemeinsamen Darstel
lung von Gezeiten und Windstau (vgl. Gl).
Abb. 12. Sturmflutwarnungen und Sturmfluten in den Jahren 1972 und 1973, Die Pfeile
geben Zeit und Höhe der Warnungen an, die Balken den beim Pegel Hamburg-St. Pauli
eingetretenen Wasserstand. Warnhöhen und Wasserstände beziehen sich auf das ört
liche mittlere Hochwasser