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Die Änderungen der Wetterlage drücken sich im deutschen Nordseeküstengebiet durch Änderungen des mitt
leren Wasserstandes aus. Als Beispiel werden die stündlichen Wasserstandsänderungen vom Pegel Cuxhaven im
Mai 1933 herangezogen. Unter dem Einfluß der jeweils vorherrschenden Windverhältnisse erfolgt an der Nordsee
küste (Deutsche Bucht) ein Anstau der Wassermassen, also eine Wasserstandserhöhung bzw. eine Wasserstand-
semiedrigung. Diese Vorgänge sind in dem Verlauf des mittleren Wasserstandes in Cuxhaven an Hand 25-stündi-
ger übergreifender Mittel von stündlichen Wasserständen für den Mai 1933 in einem Diagramm festgehalten (Abb.
104). Es liegt auf der Hand, daß die Änderungen der Wetterlagen einen wesentlichen Einfluß auf die regionale
Dichteverteilung in den verschiedenen Wasserschichten und somit auch auf Richtung und Geschwindigkeit des
Gradientstromes in der Deutschen Bucht ausüben. Es ist eine lohnende Aufgabe, die Beziehungen zwischen
Schubkraft des Windes und Größe des Gradientstromes in Verbindung mit dem Windstau an den Küsten der Deut
schen Bucht (Seespiegelschwankungen) rechnerisch zu ermitteln, um auf diese Weise einen Einblick über die Aus
bildung und Größe unperiodischer Wasserbewegungen, der sog. Restströmungen, zu gewinnen.
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Abb. 104: Verlauf des mittleren Wasserstandes in Cuxhaven im Mai 1933
(25stündige übergreifende Mittel von stündlichen Wasserständen über NN)