Meereskunde
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Neben den lokalen Effekt — die Anteile organischen Kohlenstoffs (C org ) und
die damit verbundenen Schwermetallgehalte der Proben von Stationen oberhalb
Wedels sind deutlich höher als die von Stationen unterhalb dieser Grenze — tritt
aber hier auch noch ein zeitlicher Einfluß: Ablaufendes Wasser liefert C org -
reichere und damit schwermetallreichere Proben als auflaufendes Wasser.
Als Ergänzung und zu Vergleichszwecken wurden Sedimentproben aus dem
Hamburger Hafengebiet untersucht. In den Analysenergebnissen zeigt sich eine
hohe Belastung des Hamburger Raumes insbesondere durch Kupfer, Zink und
Cadmium aus industriellen Abwässern.
Die Sedimente aus dem Faulschlamm-Verklappungsgebiet bei Feuerschiff „Elbe 1"
weisen dagegen keine oder nur unwesentliche Erhöhungen des Schwermetall
gehalts gegenüber Bodenproben gleicher Korngrößenzusammensetzung und ähn
lichen Gehalts organischer Kohlenstoffe aus anderen Gebieten der Deutschen
Bucht auf. Die gefundenen Werte liegen zudem im Rahmen der Standardwerte
fossilen geologischen Materials.
f) „Meteor"-Expeditionen
Auf dem 3. Fahrtabschnitt der „Meteor"-Reise Nr. 26 wurden vor Westafrika auf
2 geologischen Profilen Kerne gezogen und Oberflächenbodenproben entnommen
mit dem Ziel, herauszufinden, wie groß der Unterschied der Wasserkörper sein
muß, um die Beschaffenheit der Sedimente noch zu beeinflussen. Aus diesem
Grund lag das 1. Profil bei Cap Blanc im Kern des Auftriebwassergebietes, das
2. Profil bei Villa Cisneros ca. 160 Seemeilen nördlich davon.
Die Auswertung im Laboratorium erstreckte sich auf Porositäts-, Wassergehalts-,
E h - und pH-Messungen, sowie auf die Bestimmung der Gehalte an Eisen, Mangan,
Kupfer, Nickel, Kobalt, Chrom, Zink, Phosphat, Carbonat und organisch gebun
denem Kohlenstoff. Daneben wurden Bestimmungen der Korngrößenverteilung
der Sedimente und Tonmineralanalysen ausgeführt. Schließlich fand mit der Un
tersuchung der Foraminiferenfauna auch die lebende Komponente des Sedimentes
Beachtung.
Die vorläufigen Ergebnisse zeigen, daß sich die Auftriebserscheinungen vor West
afrika auf die Beschaffenheit der Sedimente nicht so stark auswirken, wie es auf
Grund von Untersuchungen in anderen Auftriebsgebieten erwartet wurde. Die
Auftriebserscheinungen waren im Untersuchungsjahr nicht nur auf das engere
Kemgebiet südlich von Cap Blanc beschränkt, sondern griffen mit nahezu gleicher
Intensität bis auf weit nördliche Gebiete über, so daß auch das 2. geologische
Profil, wie die Untersuchungen der Foraminiferenfauna andeuten, unter Auf
triebseinfluß stand.
Geologisch-geophysikalische Arbeiten wurden unter Beteiligung der Bundesan
stalt für Bodenforschung auch während der 2 7. Reise der „Meteor" im Nord
meer und auf dem Färöer-Island-Rücken ausgeführt. Dabei wurden im Nordmeer
Keme gezogen und Proben mit Backen- und Kastengreifer genommen, und auf
dem Färöer-Island-Rücken Wurden in Fortführung der Arbeiten auf der Reise 20 c
(1970) drei weitere Sparker-Profile gefahren, die u. a. auch die Basis für gezielte
Probenahmen waren.