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Full text: Jahresbericht 1972-1973

Meereskunde 
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Neben den lokalen Effekt — die Anteile organischen Kohlenstoffs (C org ) und 
die damit verbundenen Schwermetallgehalte der Proben von Stationen oberhalb 
Wedels sind deutlich höher als die von Stationen unterhalb dieser Grenze — tritt 
aber hier auch noch ein zeitlicher Einfluß: Ablaufendes Wasser liefert C org - 
reichere und damit schwermetallreichere Proben als auflaufendes Wasser. 
Als Ergänzung und zu Vergleichszwecken wurden Sedimentproben aus dem 
Hamburger Hafengebiet untersucht. In den Analysenergebnissen zeigt sich eine 
hohe Belastung des Hamburger Raumes insbesondere durch Kupfer, Zink und 
Cadmium aus industriellen Abwässern. 
Die Sedimente aus dem Faulschlamm-Verklappungsgebiet bei Feuerschiff „Elbe 1" 
weisen dagegen keine oder nur unwesentliche Erhöhungen des Schwermetall 
gehalts gegenüber Bodenproben gleicher Korngrößenzusammensetzung und ähn 
lichen Gehalts organischer Kohlenstoffe aus anderen Gebieten der Deutschen 
Bucht auf. Die gefundenen Werte liegen zudem im Rahmen der Standardwerte 
fossilen geologischen Materials. 
f) „Meteor"-Expeditionen 
Auf dem 3. Fahrtabschnitt der „Meteor"-Reise Nr. 26 wurden vor Westafrika auf 
2 geologischen Profilen Kerne gezogen und Oberflächenbodenproben entnommen 
mit dem Ziel, herauszufinden, wie groß der Unterschied der Wasserkörper sein 
muß, um die Beschaffenheit der Sedimente noch zu beeinflussen. Aus diesem 
Grund lag das 1. Profil bei Cap Blanc im Kern des Auftriebwassergebietes, das 
2. Profil bei Villa Cisneros ca. 160 Seemeilen nördlich davon. 
Die Auswertung im Laboratorium erstreckte sich auf Porositäts-, Wassergehalts-, 
E h - und pH-Messungen, sowie auf die Bestimmung der Gehalte an Eisen, Mangan, 
Kupfer, Nickel, Kobalt, Chrom, Zink, Phosphat, Carbonat und organisch gebun 
denem Kohlenstoff. Daneben wurden Bestimmungen der Korngrößenverteilung 
der Sedimente und Tonmineralanalysen ausgeführt. Schließlich fand mit der Un 
tersuchung der Foraminiferenfauna auch die lebende Komponente des Sedimentes 
Beachtung. 
Die vorläufigen Ergebnisse zeigen, daß sich die Auftriebserscheinungen vor West 
afrika auf die Beschaffenheit der Sedimente nicht so stark auswirken, wie es auf 
Grund von Untersuchungen in anderen Auftriebsgebieten erwartet wurde. Die 
Auftriebserscheinungen waren im Untersuchungsjahr nicht nur auf das engere 
Kemgebiet südlich von Cap Blanc beschränkt, sondern griffen mit nahezu gleicher 
Intensität bis auf weit nördliche Gebiete über, so daß auch das 2. geologische 
Profil, wie die Untersuchungen der Foraminiferenfauna andeuten, unter Auf 
triebseinfluß stand. 
Geologisch-geophysikalische Arbeiten wurden unter Beteiligung der Bundesan 
stalt für Bodenforschung auch während der 2 7. Reise der „Meteor" im Nord 
meer und auf dem Färöer-Island-Rücken ausgeführt. Dabei wurden im Nordmeer 
Keme gezogen und Proben mit Backen- und Kastengreifer genommen, und auf 
dem Färöer-Island-Rücken Wurden in Fortführung der Arbeiten auf der Reise 20 c 
(1970) drei weitere Sparker-Profile gefahren, die u. a. auch die Basis für gezielte 
Probenahmen waren.
	        
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