Meereskunde
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Die Arbeiten zur Fertigstellung der technischen Anlage im „warmen" Labortrakt
des Labomeubaues Sülldorf sind von den Lieferfirmen immer noch nicht beendet
worden, daher mußte ein Teil der wissenschaftlichen Arbeiten zurückgestellt
werden.
5. Fachgebiet M7: Geologie, Morphologie und Physik des Meeresbodens
a) Kartierung des Seegrundes
Die seit vielen Jahren laufende Kartierung der Bodenbedeckung der Deutschen
Bucht hat zu einem achtteiligen Kartenwerk (Karte des Seegrundes
1 : 100 000, Herausgeber Militärgeographisches Amt) geführt, das mit dem Er
scheinen des letzten Blattes — Blatt 5, Borkumriffgrund — seinen vorläufigen
Abschluß gefunden hat.
Da die vor über 10 Jahren gewählte Darstellungsart der granulometrischen Ver
hältnisse weniger Informationen vermittelt, als das Probenmaterial hergibt, wurde
eine neue Legende entwickelt, die die Karten aussagekräftiger machen kann. Sie
orientiert sich mehr an den Belangen der angewandten Geologie und bildet die
Grundlage für eine völlige Überarbeitung des Kartenwerks. Die damit in Zu
sammenhang stehenden geologischen Arbeiten an der Neuausgabe der Blätter 1
und 2 wurden im Berichtszeitraum abgeschlossen.
Neu in Angriff genommen wurde eine detaillierte morphologische Kartierung
der Deutschen Bucht, und zwar auf der Basis der Arbeitskarten der Seevermes
sung und z. T. auch der Lotrollen. Es ist beabsichtigt, neben der Erfassung der
augenblicklichen Situation, der die gegenwärtige Arbeit gilt, auch Karten nach
älteren Vermessungen herzustellen, um größere morphologische Veränderungen
abschätzen zu können.
In ausgewählten Gebieten wurden auf besonderen Profillinien Zusammenhänge
zwischen Bodenformen und Sedimenttypen untersucht. Ein solches Gebiet umfaßt
z. B. auch das Seegangsmeßprofil für das JONSWAP-Meßprogrammi hierüber ist
eine eingehendere Studie in Bearbeitung.
b) Untersuchungen über Sandbewegungen
Als Beitrag zum Schwerpunktprogramm „Sandbewegung im deut
schen Küstenraum ", das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft ge
fördert wird, wurde im Sommer 1973 vor Rantum/Sylt auf dem der Küste vorge
lagerten Sandriff ein Meßpfahl eingespült (s. Abb. 11), dessen Arbeitsdeck den
Einsatz von 2 Beobachtern zuließ.
Die Herrichtung des Pfahles und die technische Ausstattung übernahm die Ver
suchswerkstatt des DHI, die Einspülung erfolgte durch Amtshilfe seitens des
Marschenbauamtes Husum, Pegelaußenstelle Büsum, mit Hilfe der „Tertius"; der
Einsatz des Beobachtungspersonals wurde gewährleistet durch Hubschrauber der
Seenotrettungsstaffel Westerland der Marinefliegerdivision Kiel-Holtenau,